Fußball VfB gegen FC Bayern: Traumtore und Spektakel

VfB-Stürmer Jürgen Klinsmann  erzielte mit diesem Fallrückzieher zum 1:0 gegen den FC Bayern das Tor des Jahres 1987. 
VfB-Stürmer Jürgen Klinsmann erzielte mit diesem Fallrückzieher zum 1:0 gegen den FC Bayern das Tor des Jahres 1987.  © Foto: imago/WEREK
Stuttgart / Gerold Knehr 01.09.2018

In einer Woche, am 9. September, begeht der VfB Stuttgart seinen 125. Geburtstag. Vor dreieinhalb Monaten hat der schwäbische Bundesligist schon einmal vorgefeiert: Mit einem 4:1-Auswärtssieg beim FC Bayern, mit dem er den Münchnern die anschließende Meisterfeier ein wenig verdarb.

Und heute? Um 18.30 Uhr steht die 101. Auflage des Bundesliga-Südgipfels auf dem Programm: VfB gegen FC Bayern. Eine Begegnung, welche sich schon öfter zu einem wahren Fußballfest gesteigert hat. Wie, lange ist’s her, im November 1987. Damals feierten die Schwaben mit dem 3:0 ihren höchsten Sieg gegen den Rekordmeister. Der seinerzeit 23-jährige Jürgen Klinsmann erzielte mit einem spektakulären Fallrückzieher das 1:0. Dieser Treffer wurde wenige Wochen später zum Tor des Jahres gewählt. Fritz Walter und Jürgen Hartmann  erhöhten.

Tore und Spektakel gab es auch später noch zur genüge. Wie  im Dezember 2010. Innerhalb von nur vier Tagen waren die Münchner zweimal  zu Gast in der Mercedes-Benz Arena. Das erste Spiel um Bundesliga-Punkte ging 3:5 verloren, das zweite im DFB-Pokal mit 3:6. Langweilig war  es den Fans jedenfalls nicht.

So unterhaltsam diese beiden Begegnungen mit insgesamt 17 Treffern auch waren, sie verfestigten auch einen aus Stuttgarter Sicht negativen Trend, der im Jahr 2008 seinen Anfang nahm. Seit dieser Zeit hat der VfB keines der folgenden 13 Bundesliga- und Pokalheimspiele gegen den Rekordmeister mehr gewonnen. Es wäre also höchste Zeit für eine Wende. Und wer wäre prädestinierter dazu als Mario Gomez, sie einzuleiten. In seiner Zeit im FC-Bayern-Trikot hat der 33-Jährige elfmal gegen den VfB getroffen. Für den VfB war er gegen die Münchner bislang „erst“ fünfmal erfolgreich. In dieser Hinsicht besteht also Nachholbedarf.

Auch der Ex-Münchner Holger Badstuber kennt den Südgipfel aus beiden Perspektiven. Doch die aktuelle Saison ist nicht gut angelaufen für den 29-Jährigen, der seinen Vertrag beim VfB in der Sommerpause erst nach längerem Zögern um drei Jahre verlängert hatte. Zwei Patzer von ihm leiteten die Niederlagen beim Pokalspiel in Rostock (0:2) und beim Bundesliga-Auftakt in Mainz (0:1) ein. VfB-Trainer Tayfun Korkut wollte sich nicht festlegen, ob Badstuber heute wieder mit von der Partie sein wird: „Wir haben  vier sehr gute Innenverteidiger, und alle vier wollen spielen.“ Weltmeister Benjamin Pavard ist gesetzt, Timo Baumgartl und Neuzugang Marc Oliver Kempf drängen ins Team – da könnte es für Badstuber eng werden.

Korkuts Kollege Niko Kovac kann in der Innenverteidigung weiter auf Jerome Boateng bauen, dessen möglicher Wechsel zu Paris St. Germain sich erledigt hat. Der Bayern-Coach geht davon aus, dass sich Boateng nun, ähnlich wie Robert Lewandowski nach dessen geplatztem Wechsel zu Real Madrid, sich für die Bayern „aufopfern“ werde. Womöglich schon heute beim VfB.

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