Obwohl es im Bundesliga-Keller immer enger und brenzliger wird: Noch hat Markus Weinzierl zumindest bei der Stuttgarter Vereinsführung nicht den letzten Kredit verspielt. Dass er auch am Samstag im Heimspiel gegen RB Leipzig auf der Bank sitzen wird, erinnert allerdings fatal an den Kollegen André Breitenreiter und dessen Rauswurf auf Raten bei Hannover 96. Auch er bekam überraschend eine letzte Chance – und musste nach dem 1:5 in Dortmund doch gehen.

Weinzierl, der VfB-Wunschtrainer, ist ebenfalls schon jetzt gescheitert: Erst 125 Tage im Amt, sind zehn von 14 Spielen versiebt worden. In den letzten sechs Partien gab es nur einen Punkt. Und: Disziplinlosigkeiten wie Nicolas Gonzalez’ Tätlichkeit beim 0:3 in Düsseldorf zeigen ein Team, das die Nerven nicht im Griff hat und das der Trainer nicht mehr erreicht.

Das Ausmaß von Chaos und Misserfolg, die sich gegenseitig bedingen, wird beim VfB an einem Beispiel deutlich: Fliegt der Chefcoach nach einer weiteren Pleite, bekommt es Mario Gomez im ersten Jahr nach seiner Rückkehr bereits mit dem vierten Trainer zu tun – nach Hannes Wolf, Tayfun Korkut und eben Weinzierl.

Dass Präsident und Sportvorstand hoffen, dieses Szenario trotz aller Vorzeichen und der wachsenden Abstiegsangst vorerst verhindern zu können, lässt aber nicht unbedingt die Einsicht erkennen, dass sich Trainerwechsel beim VfB abgenutzt haben und die Spieler verunsichern, statt sie neu zu motivieren. Im Hintergrund soll schon an einer „großen Lösung“ gearbeitet werden: Felix Magath, Jürgen Klinsmann? Die Stuttgarter Seifenoper geht weiter.