Kommentar Wolfgang Scheerer über Pokaltriumphe der Außenseiter Spiele für die Ewigkeit

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Wolfgang Scheerer 20.08.2018

So ein Tag, so wunderschön . . . ! Die famosen Überraschungserfolge der Kleinen gegen die Großen sind es, die den Pokalwettbewerb so attraktiv machen. Und das sind schon Paukenschläge:  Da werfen die viertklassigen Ulmer Spatzen Titelverteidiger Eintracht Frankfurt raus, da stolpert der VfB Stuttgart bei Angstgegner Hansa Rostock. Favoriten haben sich kräftig blamiert, wurden eiskalt erwischt.

Kalt ist vielleicht ein gutes Stichwort. Die Profiklubs haben zwar ein, zwei Trainingslager hinter sich, trotzdem sind sie oft in vielen Bereichen noch nicht auf Betriebstemperatur, während Regionalliga-Amateure wie die Ulmer bereits vier Saisonspiele hinter sich haben. Sie werden unterstützt von einem brodelnden Hexenkessel eigener Fans und stellen eine Mannschaft, in der jeder 130 Prozent gibt und eigene Defizite durch Kämpferherz ausgleicht.

Fußballerische Überlegenheit wie im Falle des VfB, der Eintracht oder des FC Bayern hilft nur, wenn sie zu Treffern führt. Doch noch hakt es beim blinden Zusammenspiel und am routinierten Torabschluss. Sogar die Münchner haben es beim Viertligisten SV Drochtersen/Assel bemerkenswert spannend gemacht, obwohl Trainer Kovac keine Experimente wagte: Er ließ seine Top-Elf ran. Dennoch dauerte es bis zur 81. Minute, ehe Robert Lewandowski das erlösende 1:0 erzielte.

Ende Oktober beginnt in der zweiten Pokalrunde alles von vorn. Ob Ulm, Rödinghausen oder Rostock: Der nächste Coup ist möglich. So ein Spiel für die Ewigkeit fühlt sich gut an. Zwei wären natürlich noch genialer.

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