VfB Stuttgart Schwierige Stuttgarter Mission

Bei sind 32 Jahre alt, beide haben eine sportliche Vergangenheit in Wolfsburg: Mario Gomez und Maskenmann Christian Gentner vom VfB Stuttgart kehren morgen an die alte Wirkungsstätte zurück.
Bei sind 32 Jahre alt, beide haben eine sportliche Vergangenheit in Wolfsburg: Mario Gomez und Maskenmann Christian Gentner vom VfB Stuttgart kehren morgen an die alte Wirkungsstätte zurück. © Foto: Eibner
Stuttgart/Wolfsburg / Wolfgang Scheerer 03.02.2018
Für den neuen Trainer Tayfun Korkut und für Rückkehrer Mario Gomez steht im Verfolgerduell beim VfL Wolfsburg viel auf dem Spiel.

Der VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg: Das wird  für mehrere Beteiligte ein extrem emotionsgeladenes Bundesligaspiel – und für beide Klubs im Kampf um den Klassenerhalt ein eminent wichtiges.

Für Tayfun Korkut. Der neue Trainer kann nach einer schwierigen ersten Woche, begleitet vom Echo empörter Fans als Reaktion auf seine Verpflichtung, endlich loslegen. Vom Auftreten seiner Mannschaft am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wird auch abhängen, wie der 43-Jährige eine Woche später bei seiner Heimpremiere gegen Mönchengladbach empfangen wird.

Für Mario Gomez. Der Stürmer kehrt bereits im vierten Bundesligaspiel nach dem überraschenden Wechsel in die Heimat gleich wieder für einen Tag zu seinem Ex-Klub zurück. Der 32-Jährige steht damit nicht nur besonders im Fokus, sondern nach zwei Stuttgarter Niederlagen in Serie und der Entlassung Hannes Wolfs auch enorm unter Druck. Gelingt ihm sein erstes Tor im Trikot mit der neuen Nummer 27?

Für Christian Gentner. Der VfB-Kapitän war 2009 Meister mit den Wolfsburgern. Und erst rund vier Monate liegt sein schlimmer Zusammenprall mit Koen Casteels zurück. Beim Stuttgarter 1:0-Sieg verletzte der VfL-Torhüter den 32-jährigen Gentner mit dem Knie so schwer im Gesicht, dass er operiert werden musste und noch immer mit einer Karbonmaske spielt.

Mario Gomez hat in seiner Karriere schon viel erlebt – in der Nationlelf, als deutscher Meister 2007 mit dem VfB, beim FC Bayern, AC Florenz, Besiktas Istanbul und mit Wolfsburg in der Relegation. Rund läuft es aktuell nicht gerade für ihn. Rekordverdächtig: Nach Andries Jonker, Martin Schmidt (beide Wolfsburg) und Hannes Wolf (VfB) erlebt er nun bereits den vierten Trainer in einer Saison: Korkut.

Nicht nur der Chefcoach, auch der Stürmerstar spürt die immense Erwartung im Verein und im Umfeld: Jetzt gilt es, die Mannschaft mit dem Brustring vor dem erneuten Abstieg zu bewahren. „Wir haben ein kleines Polster, das müssen wir vergrößern, nicht nur halten“, sagt Korkut. Dazu braucht es Tore, für die vor allem der gebürtige Riedlinger Gomez sorgen soll. Das Wolfsburg-Spiel habe „überragende Bedeutung“, hat VfB-Sportvorstand Michael Reschke betont, der nach dem 0:2-Debakel gegen Schalke einen neuen Trainer suchen musste.

Da lagen die Nerven blank, während die zuvor punktgleichen Wolfsburger mit dem 1:0 in Hannover drei wichtige Zähler und Selbstvertrauen sammelten.

Für Gomez wird die Rückkehr auch deshalb nicht ganz einfach, weil er in der Winterpause mit einer Aussage angeeckt war. „Ich hatte in Wolfsburg zu viele Schulterklopfer, egal wie ich gespielt habe“, sagte er Anfang Januar im VfB-Trainingslager – ruderte aber bald darauf zurück.

Mit 17 Toren, darunter einem entscheidenden in der Relegation, rettete er die Niedersachsen vorm Abstieg. Am Samstag wird Torjäger offiziell vom VfL verabschiedet. „Mario genießt sehr hohes Ansehen“, sagt Sportdirektor Olaf Rebbe über den ehemaligen Kapitän, der sich dennoch auf Pfiffe gefasst machen wird.

Nicht nur die Fronten hat er gewechselt, sondern in der laufenden Saison auch nur einmal für die „Wölfe“ getroffen. Und die wünschen sich primär, es möge ruhig noch dauern, ehe bei Mario Gomez wieder der Knoten platzt und der VfB Stuttgart den ersten Auswärtssieg feiert.

Ein Wiedersehen ohne Groll

141 Tage nach dem folgenschweren Zusammenprall zwischen Christian Gentner, 32, und Wolfsburgs Torwart Koen Casteels, 25, steht ein Wiedersehen ohne Groll bevor. „Von meiner Seite bleibt da nichts hängen, ich bin überzeugt davon, dass es keine Absicht war. Es war eine klare Aktion zum Ball“, sagt Gentner. Am 16. September 2017 hatte ihn Casteels im Hinrundenspiel so hart mit dem Knie im Gesicht getroffen, dass zwei Operationen nötig waren wegen diverser Brüche (Augenhöhle, Oberkiefer, Nasenbein). Seit seinem Comeback gut zwei Monate später spielt Gentner mit Maske, die er planmäßig ein halbes Jahr lang tragen soll, bis die Knochen vollständig geheilt sind.

Themen in diesem Artikel