Neuer Sport-Geschäftsführer Schmadtke stürzt sich beim VfL Wolfsburg in die Arbeit

Jörg Schmadtke (l) wurde von VfL-Aufsichtsrat Frank Witter als Sport-Geschäftsführer vorgestellt. Foto: Julian Stratenschulte
Jörg Schmadtke (l) wurde von VfL-Aufsichtsrat Frank Witter als Sport-Geschäftsführer vorgestellt. Foto: Julian Stratenschulte © Foto: Julian Stratenschulte
Wolfsburg / Von Lars Reinefeld, dpa 06.06.2018

Jörg Schmadtke legt los. Und wenn der neue starke Mann beim VfL Wolfsburg so schnell Erfolg hat, wie er bei seiner Vorstellung redete, dann stehen dem VW-Club wieder deutlich erfolgreichere Zeiten bevor als zuletzt.

Da rettete sich der VfL zwei Mal erst in der Relegation und stand jeweils ganz kurz vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit. Weshalb der Aufsichtsratsboss Frank Witter auch noch einmal klar machte: „Niemand darf dankbarer sein, dass er noch in der Ersten Liga ist, als der VfL Wolfsburg.“

Doch mit Schmadtke soll nun alles anders - und vor allem besser - werden. Nachdem sich die Verpflichtung von Horst Heldt von Hannover 96 zerschlagen hatte, weil 96-Boss Martin Kind zu viel Ablöse forderte, fiel die Wahl schnell auf den früheren Geschäftsführer von Aachen, Hannover und Köln. Und der 54-Jährige, offiziell seit dem 1. Juni im Amt, stürzt sich voller Elan in seine neue Arbeit. „Ich bin sehr, sehr erholt, weil ich sehr lange Zeit hatte, mich mit mir selbst zu beschäftigen“, sagte Schmadtke, der sich im Herbst 2017 mit dem 1. FC Köln auf eine Vertragsauflösung geeinigt hatte.

Bereits vor seinem Amtsantritt in der VW-Stadt hatte Schmadtke den Austausch mit Trainer Bruno Labbadia gesucht, der den VfL beim „härtesten Job meiner bisherigen Karriere“ gegen Holstein Kiel vor dem Abstieg gerettet hatte. „Wir haben uns ausgetauscht, die Gedankengänge waren einheitlich. Von daher waren wir uns sehr schnell einig, dass wir mit Bruno Labbadia in die neue Saison gehen werden“, berichtete Schmadtke.

Nun geht es darum, einen Kader zusammenzustellen, der den VfL wieder einmal eine ruhige Saison spielen lässt. Vollmundige Ankündigungen, wann die Wolfsburger wieder international spielen würden, gab es vom bestens gelaunten Schmadtke keine. „Das wird es mit mir nicht geben“, sagte der gebürtige Düsseldorfer. Auch was die Mannschaft für die neue Saison angeht, ließ sich Schmadtke noch nichts entlocken. „Geben Sie uns etwas Zeit, damit wir gemeinsame Dinge auf den Weg bringen können“, sagte Schmadtke, mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet.

Der 54-Jährige lobte besonders die Trainingsbedingungen in Wolfsburg. Deshalb wird der VfL in der Vorbereitung auch kein Trainingslager beziehen. Stattdessen soll in Wolfsburg daran gearbeitet werden, dass das Labbadia-Team eine sorgenfreie Saison absolviert. „Wir haben ja auch hier einen kleinen Berg“, sagte Schmadtke mit Blick auf den von Felix Magath einst errichteten „Hügel der Leiden“. „Den werden wir wieder aktivieren“, sagte Schmadtke mit einem Schmunzeln.

Ihm und Labbadia kommt es in den kommenden Wochen vor allem darauf an, der neuen VfL-Mannschaft eine Identität zu geben. „Es wird ein Wertesystem geben, an das sich alle zu halten haben“, kündigte Schmadtke an. Vernünftiger Umgang, Ehrlichkeit, Kommunikation und Einsatzbereitschaft seien Tugenden, die von den Profis von nun an erwartet würden. Geld, um solche Spieler zu finden, steht weiter zur Verfügung. Denn Aufsichtsratsboss Witter stellte klar: „Zwischen den VfL Wolfsburg und die Volkswagen AG passt kein Blatt.“

VfL-Mitteilung zu Schmadtke

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