Querpass Querpass: Geballte Torheiten

 über ungeheure ­Fehltritte abseits des Spielfelds
über ungeheure ­Fehltritte abseits des Spielfelds © Foto: Marc Hörger
Armin Grasmuck 18.05.2018

George Best, der legendäre Dribbelkönig von Manchester United und einer der begabtesten Fußballer des vergangenen Jahrhunderts, brachte die unerträgliche Leichtigkeit des Seins in schlichten Worten auf den Punkt: „Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst“ – so lautete die Quintessenz seines Wirkens abseits des Spielfelds.

Das außergewöhnliche Talent, den Ball selbst in schwierigen Lagen einwandfrei zu beherrschen, ist noch lange kein Freifahrtschein für die Achterbahn des Alltags, wie die jüngsten Beispiele aus dem Bereich des vermeintlich professionellen Kicks verdeutlichen. Auf dem politischen Parkett leisten sich die Nationalspieler Gündogan und Özil ungeheure Fehltritte. Sandro Wagner, der aussortierte Torjäger, greift den Bundestrainer an – und bestätigt damit alle Vorurteile, die gegen ihn im Umlauf sind.

Ein grobes Foulspiel auf ­diplomatischer Ebene hat sich auch der argentinische Fußballverband erlaubt. In dem Handbuch „Sprache und Kultur Russlands“, das bei einer Schulung für Funktionäre im Vorfeld der WM zum Einsatz gekommen ist, geben die Autoren allen Ernstes Ratschläge wie: „Keine Sorge, es gibt genug schöne Frauen in Russland. Sei wählerisch.“ Da klappert doch selbst dem alten George, der seit zwölf Jahren auf dem Friedhof von Belfast begraben liegt, das Gestell.

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