Querpass Putzerfischlein, aufgepasst!

 über verlustreiches Firmen-Marketing
über verlustreiches Firmen-Marketing © Foto: Wolfgang Scheerer
Ulm / swp 03.08.2018

Symbiose – dieser Begriff aus dem Riesenreich von Fauna und Flora bezeichnet das Zusammenleben verschiedener Arten zu beiderseitigem Nutzen. Etwas abstrakter gedacht, sind auch Sport und Wirtschaft symbiotisch. Der Verein und seine Fußballstars kassieren Millionen, das Unternehmen sponsert, wirbt mit ihnen (und macht auf sich selbst aufmerksam).

So freuen sich alle Beteiligten. Nur ab und zu muss das Putzerfischlein aufpassen, dass es nicht in die Haifischzähne seines Wirtes gerät. Siehe den wirtschaftlichen Fall eines chinesischen Küchengeräteherstellers namens Vatti, Förderer der französischen Weltmeistermannschaft. Jedem Käufer eines „Championship Package“ im Wert von umgerechnet 2000 Euro war versprochen worden, den Kaufpreis im Fall des Turniersiegs erstattet zu bekommen. Je näher die Franzosen dem Titel kamen, desto mehr fiel die Aktie (zwischenzeitlich um 52 Prozent), weil Spekulanten offenbar die möglichen Verluste fürchteten.

Tatsächlich beläuft sich der Rückfluss an glückliche Kunden bereits auf acht Millionen Euro, zehn Millionen könnten es am Ende werden, weil noch nicht alle Zahlungen abgerufen wurden. „Die Summe ist im Budget berücksichtigt und wird keine großen Folgen für uns haben“,  beruhigte jetzt ein Unternehmenssprecher. Bisher hat das den Vatti-Kurs nicht recht in Schwung gebracht. Immerhin: Dank Frankreichs Fußballern spricht man über die Firma aus dem Riesenreich. Letztlich fällt auch das wohl wieder unter den Begriff Marketing.

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