Von echten und so genannten Prominenten ist in diesen Tagen viel zu hören zum Thema Flüchtlinge. Sportler haben sich dagegen lange rausgehalten. Das ändert sich gerade. Fußball-Superstar Lionel Messi (FC Barcelona) postete bei Facebook: "Solche Dinge sollten im 21. Jahrhundert unvorstellbar sein."

Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München und Spaniens Rekordchampion Real Madrid kündigten Spenden von jeweils einer Million Euro an, die deutsche Basketball-Nationalmannschaft überreichte einen Scheck an die Hilfsorganisation Pro Asyl. Die "schrecklichen Nachrichten und herzzerreißenden Geschichten der vergangenen Tage" hätten alle berührt, sagt auch IOC-Präsident Thomas Bach.

Allein im August sind mehr als 100.000 Menschen nach Deutschland gekommen, viele fliehen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Spitzen-Vereine und Organisationen sagen den Menschen Unterstützung zu. Echte Hilfe oder nur Imagepflege? "Es ist sicherlich beides", sagt Sportwissenschaftler Jürgen Mittag von der Deutschen Sporthochschule Köln. Er beobachte, dass sich der organisierte Sport für Flüchtlinge derzeit sehr engagiere. Kleine Vereine stellen Turnhallen, Plätze oder auch Kleidung zur Verfügung. Manche verteilen auch kostenlose Tickets an Flüchtlinge - oder trainieren sie gleich selbst, wie Boxer Artem Harutyunyan.

Auch die Fußball-Nationalmannschaft hat mit einem Video ein Zeichen gegen Gewalt und Fremdenhass gesetzt. Eine DFB-Delegation mit Präsident Wolfgang Niersbach an der Spitze besuchte gestern eine Flüchtlingsunterkunft im hessischen Egelsbach. Dort arbeitet die Christliche Flüchtlingshilfe eng mit der SG Egelsbach zusammen, die die Flüchtlingsmannschaft "Refugees United" gegründet hat. Niersbach hat mehr Geld für die Flüchtlingshilfe versprochen. "Ich kann ankündigen, dass wir nachbessern werden", sagte der DFB-Chef.