Querpass Murmeltier im Plüschgewand

 über Lüge und Wahrheit beim VfB Stuttgart
über Lüge und Wahrheit beim VfB Stuttgart © Foto: Wolfgang Scheerer
Stuttgart/Ulm / swp 12.10.2018

Wer fliegt als nächstes beim VfB? Sportvorstand Michael Reschke, weil er, wie viele sagen, in der Causa Korkut schamlos gelogen habe? Oder erwischt es just im 125. Jahr des Vereinsbestehens doch zuerst Fritzle, das Maskottchen im grünen Plüsch?

Der VfB-Alligator hat zwar eine extrem große Klappe, lebt auf ähnlich großem Fuß und kann mit inzwischen 874 Heimspiel-Einsätzen seit der Saison 1992/1993 protzen. Seine eigentliche sportliche Aufgabe hat er in den letzten Jahren allerdings sträflich schleifen lassen: die als Glücksbringer.

Nun steht der VfB also wieder einmal ganz unten, ist Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Zumindest das stimmt, ist bittere Realität. Aber was ist sonst wahr, was falsch?

Dass Trainer Korkut gefeuert wurde, obwohl Reschke ihm wenige Stunden vor der Entlassung öffentlich das Vertrauen ausgesprochen hatte, nennt eben jener Reschke lieber „massive Wahrheitsbeugung“ – zum Wohle des Klubs, versteht sich.

Überraschend fix war auch Korkuts Nachfolge geregelt, und Markus Weinzierl schon da. Trotz neuem modischen Drei-Tage-Bart gilt als sicher: Er ist es wirklich. Und Fritzle?

Alles Fake? Schlägt unter seinem dicken Fell wirklich ein VfB-Herz? Oder steckt darin nur das berühmte Murmeltier. Das grüßt in Stuttgart zwar nicht täglich, aber regelmäßig. Und es würde, wie im berühmten Spielfilmklassiker, die Endlosschleife des Geschehens verdeutlichen, die unablässig sich wiederholenden Trainerwechsel. Schließlich ist Weinzierl der elfte Cheftrainer innerhalb von fünf Jahren. Und Zahlen lügen nicht.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel