SC Freiburg Mehr Kontinuität, mehr spielerischer Glanz

Freiburg / Daniela Frahm 23.08.2018

In diesem Sommer musste der SC Freiburg ausnahmsweise keinen personellen Umbruch verkraften. Lediglich zwei Stammspieler, Marc Oliver Kempf und Caglar Söyüncü, haben den Verein verlassen. Im Gegenzug wurden drei Feldspieler verpflichtet, die bereits Bundesligaerfahrung haben. Durch den Verkauf von Söyüncü (geschätzte 21 Millionen Euro) hat der Verein zudem finanziellen Spielraum für weitere Verpflichtungen. Die Freiburger hoffen vor allem, dass nicht wieder wichtige Spieler langfristig ausfallen und Nils Petersen weiter so viele Tore schießt.

Einen Fehlstart in die Saison haben Petersen und seine Mannschaft mit dem Sieg nach Elfmeterschießen im Pokalspiel beim Drittligisten Cottbus gerade noch vermieden, einen kleinen Dämpfer gab es eine Woche vor dem Bundesligabeginn trotzdem. Janik Haberer hat sich im Training einen Innenbandanriss im Knie zugezogen und wird frühestens im dritten Spiel gegen Stuttgart wieder dabei sein können. Auf „weniger Langzeitverletzte und dadurch auf weniger Ausschläge“ hatte Trainer Christian Streich beim Vorbereitungsstart gehofft, jetzt muss er schon wieder auf einen wichtigen Mittelfeldspieler verzichten.

In der vergangenen Saison ist Stürmer Florian Niederlechner nach einem Kniescheibenbruch vom elften Spieltag bis zum Saisonende ausgefallen, Innenverteidiger Manuel Gulde fehlte wegen Rückenproblemen die komplette Hinrunde, Mittelfeldspieler Mike Frantz war nach einer Knieverletzung ebenfalls monatelang nur Zuschauer. Alle drei sind wieder fit und gehörten zur Startelf im ersten Pflichtspiel. Von den vier Neuzugängen – Dominique Heintz (1. FC Köln), Jerôme Gondorf (Werder Bremen), Luca Waldschmidt (HSV) und Torwart Mark Flekken (MSV Duisburg) – gehörten die drei Feldspieler ebenfalls zur Anfangsformation in Cottbus.

„Es ist sehr positiv, dass mehrere mögliche Stammspieler dazu gekommen sind“, lobt Nils Petersen die Transferpolitik des Klubs. Er rechnet durch die Zugänge mit größerer Konkurrenz im Kader, zudem hätten einige Spieler „nochmal einen Schritt nach vorne gemacht“. Der 29-Jährige geht davon aus, dass auch er um seinen Platz kämpfen muss, obwohl er in der vergangenen Saison mit 15 Treffern zweitbester Bundesligatorschütze war und es in den vorläufigen deutschen WM-Kader geschafft hat.

Nach dem erst am letzten Spieltag abgewendeten Abstieg in der Vorsaison ist die Sehnsucht in Freiburg groß, den Klassenerhalt etwas früher zu schaffen. Trotzdem möchte Streich auch wieder attraktiveren Fußball spielen lassen als zuletzt im Abstiegskampf. „Wir wollen so oft wie möglich den Ball haben, aber wir müssen immer die Balance finden und dürfen nicht naiv spielen“, erklärt der SC-Coach.

Das Personal

Zugänge: Luca Waldschmidt (Hamburger SV/5 Millionen Euro), Dominique Heintz (1. FC Köln/3,0), Philipp Lienhart (Real Madrid/2,0), Jérôme Gondorf (Werder Bremen/1,3), Mark Flekken (MSV Duisburg/800 000), Brandon Borrello (1. FC Kaiserslautern)

Abgänge: Mats Möller Daehli (St. Pauli/600 000), Rafal Gikiewicz (Union Berlin/200 000), Marc Oliver Kempf (VfB Stuttgart), Georg Niedermeier (Melbourne Victory), Karim Guédé (SV Sandhausen), Patric Klandt (1. FC Nürnberg), Fabian Schleusener (SV Sandhausen/verliehen), Aleksander Ignjovski (FC Magdeburg/600 000), Jonas Föhrenbach (Jahn Regensburg/verliehen), Mohamed Dräger (SC Paderborn/verliehen), Julian Schuster (Karriereende), Jonas Meffert (Kiel/Ablöse unbekannt), Vincent Sierro (St. Gallen/verliehen), Lucas Hufnagel (Unterhaching/100 000), Caglar Söyüncü (Leicester City/21,0)

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