Nur zehn Monate nach seinem ersten Länderspiel ist Marco Reus an die Spitze des deutschen Fußballs gewählt worden. Der 23 Jahre alte Neu-Dortmunder wurde nach seiner fabelhaften Saison bei Borussia Mönchengladbach von den deutschen Sportjournalisten zum "Fußballer des Jahres" gewählt - und sieht für sich noch reichlich Spielraum nach oben. "Es macht mich sehr stolz, weil diese Auszeichnung etwas für die Ewigkeit ist", sagte der Kreativspieler. "Für mich fängt es jetzt erst richtig an. Mit 23 Jahren ist man ganz bestimmt noch nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt."

Mit 18 Toren und elf Vorlagen führte Mittelfeldmotor Reus Gladbach bis auf Rang vier und wurde als erster Borusse seit Uwe Rahn vor 25 Jahren gekürt.

Großer Gewinner der Abstimmung ist aber sein neuer Klub. Hinter der Verpflichtung von Borussia Dortmund (217 Stimmen) folgen mit deutlichem Abstand seine künftigen Teamkollegen Mats Hummels (108) sowie Robert Lewandowski (95) und auch Platz vier belegt in Shinji Kagawa (66) ein Double-Gewinner der Vorsaison. Zudem konnte Jürgen Klopp seinen Titel als Trainer des Jahres verteidigen. "Eine große Ehre und nochmalige Bestätigung für die großartige Leistung aller", kommentierte der BVB-Coach, der mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich versammelte.

Bei den Fußballlehrern erreichten Gladbachs Lucien Favre und Christian Streich vom SC Freiburg das Podest, nach dem deutschen Halbfinal-Aus bei der Europameisterschaft erhielt Bundestrainer Joachim Löw als Neunter lediglich fünf Stimmen.

Wie bei ihren männlichen Kollegen gab es auch bei der Wahl zur Fußballerin des Jahres einen klaren Erfolg. Celia Okoyino da Mbabi (206) vom SC Bad Neuenahr setzte sich vor der Potsdamerin Genoveva Anonma (68/Äquatorialguinea) und Duisburgs Alexandra Popp (53) durch.

"Was für eine Ehre! Damit habe ich wirklich nicht gerechnet", jubelte Okoyino da Mbabi, die Fatmire Bajramaj ablöste. Den Ausschlag für ihre Wahl dürfte vor allem ihr sensationeller Auftritt mit zwei Viererpacks binnen sechs Tagen im Rahmen der Qualifikation zur EM 2013 gegeben haben. Zunächst traf die Tochter einer Französin und eines Kameruners in der Partie gegen Spanien (5:0) viermal, um sich nur fünf Tage später beim 6:0-Kantersieg gegen die Schweiz erneut viermal in die Torjägerliste einzutragen.