Berlin / DPA

Gala-Vorstellung des FC Bayern, Schimpftirade von Schalke-Trainer Huub Stevens und Hannovers Kapitulation im Abstiegskampf: Der 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Im Titelkampf sieht es nach dem eindrucksvollen 5:0 der Münchner gegen überforderte Dortmunder nach dem siebten Meisterstück der Bayern in Serie aus. In der Tabelle liegen sie wieder vorn und für die letzten sechs Saisonspiele haben sie auch einen großen moralischen Vorteil.

Ein Streifzug durch die Samstagspiele und ein Blick auf die beiden Partien am Sonntag:

GENUGTUUNG: Die Freude über den grandiosen 5:0-Sieg im Titelkampf gegen Borussia Dortmund und die Rückkehr an die Tabellenspitze wollte Niko Kovac nicht verbergen. „Fußball ist merkwürdig, Fußball kann man nicht immer erklären“, sagte der Bayern-Trainer nach der Gala des Rekordmeisters und fügte stolz an: „Der Sieg in der Art und Weise war richtig gut.“ Doch auch im großen Glücksgefühl nach den Toren von Robert Lewandowski (2), Mats Hummels, Javier Martinez und Serge Gnabry, die die Bayern auf Kurs zum siebten Titel in Serie brachten, zeigte sich Kovac als Mahner im Fußball-Zirkus. Die Medienreflexe stören den Bayern-Coach. „Es geht nur noch um Nebensächlichkeiten, nur noch um Sensationen“, sagte er. Nach taktischen Aspekten oder Spieldetails werde gar nicht mehr gefragt, sondern alles auf Sieg oder Niederlage verdichtet. „Das ärgert mich“, sagte Kovac.

JUBILAR: Im kollektiven Bayern-Glücksgefühl hatte Robert Lewandowski seinen persönlichen Grund zur Freude. Durch das 2:0 der Bayern rückte er in den Kreis der Bundesliga-Torjäger mit 200 Treffern auf. „Es bedeutet mir viel. Ich hätte nie geglaubt, dass ich so viele Tore schieße in der Bundesliga. Es freut mich, dass ich mit fünf Spielern in diesem Klub bin“, sagte er bei Sky. Außer dem Polen schafften diese Marke zuvor nur Gerd Müller (365 Tore), Klaus Fischer (268), Jupp Heynckes (220) und Manfred Burgsmüller (213).

DORTMUNDER FRUST: Fast wortgleich räumten BVB-Coach Lucien Favre und Nationalspieler Marco Reus die Überlegenheit der Bayern ein. „Das war eine Lehrstunde. Bayern war viel viel besser“, sagte Favre. „Wir haben katastrophal gespielt. Ich habe ehrlich gesagt keine Erklärung dafür. Bayern war ganz klar besser“, schimpfte Reus. „So dürfen wir selbst gegen keine Ahnung wen nicht auftreten.“

SCHALKER FRUST: Die Nerven liegen blank auf Schalke. Nach dem bitteren 1:2 gegen Eintracht Frankfurt durch einen Elfmeter in der neunten Minute der Nachspielzeit schimpfte Trainer Huub Stevens wie wild. „Grandios, super, dass du diese Frage stellst“, sagte Stevens, nachdem er gefragt wurde, ob er das mit Gelb-Rot bestrafte Foul von Suat Serdar in der Nachspielzeit als unnötig erachte. Als der Journalist nachhakte, polterte der 65-Jährige: „Hör auf! Ich antworte dir nicht mehr. Weg! Du bist lächerlich. Du stehst hier und bist der große Junge, aber du bist lächerlich. Hast du kein Gefühl dafür?“ Später sagte Stevens: „Schreib morgen, was du willst, mir macht das nix aus. Ich bin in zwei Monaten doch wieder weg. Aber komm nicht mehr an für ein Interview. Das ist vorbei.“

JOBGARANTIE: Wieder nicht gewonnen, wieder eine über weite Strecken schwache Partie - und doch hat VfB Stuttgarts Trainer Markus Weinzierl eine Jobgarantie bekommen. „Wir ziehen das jetzt hier durch - gemeinsam“, sagte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger nach dem ernüchternden 1:1 (0:1) im Kellerduell mit dem 1. FC Nürnberg. Die Schwaben bleiben nach dem Remis auf dem Relegationsplatz und halten den Vier-Punkte-Abstand auf die Nürnberger auf dem vorletzten Rang.

ABSCHIEDSTOUR: In den Sonntagsspielen geht die Abschiedstour der Trainer Dieter Hecking und Julian Nagelsmann weiter. Hecking trifft mit Borussia Mönchengladbach auf den Pokal-Halbfinalisten Werder Bremen (18.00 Uhr/Sky) und will trotz seines besiegelten Abschieds nach der Saison noch die Qualifikation für die Champions League schaffen. Ziemlich sicher in der Königsklasse spielen wird bald Nagelsmann - dann aber mit seinem neuen Club RB Leipzig. Mit 1899 Hoffenheim muss er am Sonntag beim FC Augsburg ran (15.30 Uhr) und strebt für seine ambitionierten Ziele einen Auswärtssieg an. „Mit dem Erreichen eines internationalen Startplatzes möchte ich dem Club etwas zurückgeben“, sagte Nagelsmann vor der Partie in Augsburg.

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