München / Von Christian Kunz, dpa

Keine Jobgarantie? Im Saisonendspurt möchte sich Niko Kovac mit dem Ausbleiben eines derartigen Treuebekenntnisses von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am liebsten gar nicht befassen.

„Ich versuche, das auszublenden, weil es bringt nichts, dass ich mich dort mit Nebensachen beschäftige. Wir müssen letztendlich die Mannschaft vorbereiten auf das, was am Wochenende passiert. Wir sind Tabellenerster, wir sind im Pokalendspiel. Ich glaube, so schlecht ist das nicht“, erklärte der Trainer des FC Bayern München zwei Tage vor der nächsten Nervenprobe auf dem Weg zur siebten Meisterschaft hintereinander in der Fußball-Bundesliga.

„Ich nehme das wahr, das ist richtig. Ich kann mich damit jetzt nicht beschäftigen. Wir haben eine richtig schwere Aufgabe“, sagte Kovac vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Hannover 96. Vor der drittletzten Liga-Prüfung haben die Münchner zwei Zähler Vorsprung auf Borussia Dortmund und das klar bessere Torverhältnis. Eine mögliche Vier-Punkte-Führung vergaben die Bayern durch das 1:1 am Sonntag beim 1. FC Nürnberg. „Wir müssen uns auf das Morgen und Jetzt konzentrieren und nicht schauen, was hinten ist“, sagte Kovac.

Die Dortmunder sind am Samstag (18.30 Uhr) im spannendsten Liga-Finish seit langem bei Werder Bremen zu Gast. „Deutschland liebt ja Krimis, und hier bekommt es einen Krimi sondergleichen serviert“, umschrieb es Rummenigge vor dem Duell gegen die Niedersachsen. Der Münchner Vorstandschef hatte vor einem Monat nach dem 5:0 gegen den BVB erklärt, dass es „für niemanden“ eine Jobgarantie beim FC Bayern gebe.

Am Wochenende wies Rummenigge auf die Vertragslaufzeit von Kovac bis ins Jahr 2021 hin, aber wiederholte auch eine Club-Maxime. „Jeder, der für Bayern München arbeitet, mich eingeschlossen, muss liefern.“ In der Champions League gelang dies durch das Achtelfinal-Aus gegen Liverpool nicht. Die Chance auf das Double ist aber aussichtsreich.

Kovac, der nach dem Pokalsieg mit Eintracht Frankfurt vor einem Jahr jetzt die nächste „Kerbe im Colt“ mit den Bayern anstrebt, sieht ein „ganz normales Verhältnis“ zu Rummenigge. „Da gibt es überhaupt keine Probleme“, sagte der 47-Jährige. „Intern ist alles soweit okay. Ich muss meine Leistung bringen. Wenn ich sie bringe, denke ich, muss man gar nicht diskutieren.“ Mehr wohlwollende Worte für Kovac gab es von Präsident Uli Hoeneß.

Die Bosse wollen am Saisonende gemeinsam mit Kovac auf dem Rathausbalkon jubeln. Hannover (Heimspiel), Leipzig (auswärts) und Frankfurt wieder daheim lauten die drei Aufgaben, an deren Ende die Schale stehen soll. Danach ist der Pott im Pokalendspiel am 25. Mai gegen Leipzig das Ziel. „Die Geschichte mit Olympia und 'Dabei sein ist alles' ist vorbei. Alle wollen Sieger werden“, sagte Kovac.

Verzichten müssen die Münchner gegen Hannover auf James Rodríguez und weiter auch auf Manuel Neuer. Der Kolumbianer James fehlt wegen muskulärer Probleme, Neuer nach einem Muskelfaserriss. Der Kapitän soll am 11. Mai im Auswärtsspiel gegen RB Leipzig wieder dabei sein.

Erst einmal müssen die Bayern aber die auf den ersten Blick leichte Heimaufgabe gegen den Tabellenletzten Hannover lösen. „Wir müssen und wollen gewinnen. Wir wissen aber auch, dass Hannover in dem Spiel die letzte Chance hat, dabei zu bleiben“, warnte Kovac. Im Vergleich zum enttäuschenden 1:1 in Nürnberg forderte der Coach für den nächsten Schritt zur Meisterschaft mehr Tempo. „Du musst die Qualität, die du in der Technik hast, mit Geschwindigkeit multiplizieren.“

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