Kommentar Armin Grasmuck zu dem Eklat um Gündogan und Özil Kommentar: Debatte um Gündogan und Özil stört den Teamgeist

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Leverkusen / Armin Grasmuck 11.06.2018

Oliver Bierhoff und Joachim Löw scheint die Debatte um die Spieler Gündogan und Özil so schwer auf den Magen zu schlagen, dass sie ihre sonst klare und nachvollziehbare Linie zu verlieren drohen. Der Manager der Nationalmannschaft und der Bundestrainer gehen in die Vollen. Ihr Unmut und der Versuch, das aufgebrachte Publikum und kritische Reporter zu maßregeln, zielt jedoch voll daneben.

Die gereizte Atmosphäre zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt haben allein Gündogan und Özil zu verantworten. Sie waren es, die mit dem türkischen Präsidenten Erdogan posierten. Sie huldigten ihm, degradierten sich zu Wahlkampfhelfern des Despoten und verärgerten mit diesem politischem Auftritt viele ihrer Anhänger.

Höchst bedenklich macht die Angelegenheit, dass die beiden türkischstämmigen
Nationalspieler offenbar in
einer klaren Absicht handelten. Sie sahen bislang keinen Anlass, sich für den Fehltritt abseits des Rasens zu entschuldigen. Özil scheint sich der immer heftiger diskutierten Problematik sogar bewusst zu verschließen.

Mit dieser Blockadetaktik bringen die beiden Mittelfeldspieler auch die Mannschaftskollegen in Bedrängnis, denen es aus verständlichen Gründen schwer fällt, ihnen zur Seite zu springen. Den von Löw geforderten Teamgeist haben Gündogan und Özil kurz vor der WM durch ihr unmoralisches und wenig professionelles Verhalten empfindlich gestört. Es liegt an ihnen, Klarheit zu schaffen.

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