München Kimmich macht’s gleich zweimal

Erzielte die Treffer zum 2:0 und 3:0: Bayerns Jungstar Joshua Kimmich (rechts).
Erzielte die Treffer zum 2:0 und 3:0: Bayerns Jungstar Joshua Kimmich (rechts). © Foto: Getty
MANUELA HARANT 14.09.2016
Erwartungsgemäß mit einem hohen Sieg ist der FC Bayern München gestern gegen Außenseiter FK Rostow in seine Champions-League-Saison gestartet.

Mit großer Geduld, beeindruckender Effektivität und dem zweifachen Torschützen Joshua Kimmich ist dem FC Bayern ein perfekter Start in die Champions League gelungen. Zum Auftakt der Ära von Carlo Ancelotti, der den silbernen Henkelpott als Spieler und Trainer bereits fünfmal gewonnen hat, gewannen die in allen Belangen überlegenen Münchner souverän mit 5:0 (2:0) gegen den russischen Vizemeister FK Rostow.

Neben dem starken und neuerdings auch als Torjäger auffälligen Kimmich (53./60.) trafen Robert Lewandowski (28./Foulelfmeter), Geburtstagkind Thomas Müller (45.+2) und Juan Bernat (90.). Der Sieg gegen einen vorwiegend destruktiven Gegner war nie gefährdet, nur bis zum Führungstreffer hatte der FC Bayern gegen dauer-verteidigende Russen ein paar Anlaufschwierigkeiten. Danach bestachen die Münchner durch ihre Kaltblütigkeit im Abschluss.

Ancelotti, der als erster Trainer mit drei verschiedenen Klubs Champions-League-Sieger werden würde, hatte allerdings ohnehin betont: „Wichtig wird es erst im März und April.“ Noch weit weg ist das Finale am 3. Juni 2017 im walisischen Cardiff, zunächst trifft der deutsche Rekordmeister auf Atletico Madrid, das den Münchnern im Mai den Einzug ins Finale verwehrt hatte, und den PSV Eindhoven.

Vor 70 000 Zuschauern war die Begegnung eine gute halbe Stunde lang ein Geduldsspiel für die Münchner. Rostow, das auf dem Weg zu seiner ersten Teilnahme an der Champions League überraschend den RSC Anderlecht und danach Ajax Amsterdam ausgeschaltet hatte, erwies sich als unangenehmer, robuster und abwartender Gegner, dessen seltene Versuche, die Münchner mit Kontern zu überraschen, aber auch nicht überzeugend waren.

Ancelotti verzichtete gegen den russischen Vizemeister zunächst auf Kapitän Philipp Lahm und auf Franck Ribéry, für sie begannen Rafinha und Douglas Costa. Lahm saß wie Ribéry, Xabi Alonso und Renato Sanches bei Spielbeginn auf der Bank.

Wie angekündigt kam dafür Kimmich zum Einsatz: Er spielte in einer Dreierreihe im Mittelfeld auf der rechten Seite, in zentraler Position gab Thiago den Aufbauspieler, auf der linken Seite unterstützt von Arturo Vidal.

Eine ungeschickte, ungestüme Attacke von Alexandru Gatcan verhalf den zunächst ein wenig einfallslosen Münchnern zum Führungstreffer. Der zentrale Mittelfeldspieler rannte im Strafraum Lewandowski unmotiviert über den Haufen, der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher. Die nächste große Chance hatten die Bayern durch Mats Hummels (40.), der bei seinem von Soslan Dschanajew stark pariertem Kopfball von Abwehrspieler Miha Mevlja im Gesicht getroffen wurde.

Die Russen waren nun viel nachlässiger, die Münchner dagegen erzielten ihre weiteren Treffer nach ähnlichem Muster. Müller verwandelte eine Hereingabe von David Alaba von der linken Seite. Auch die Vorlagen zu den weiteren Treffern, von denen der zweite sogar aus einem Kopfball resultierte, kamen von links: zunächst als flache Hereingabe von Costa, dann als Flanke des eingewechselten Juan Bernat. Lewandowksi und Vidal hätten das Ergebnis sogar noch eindeutiger gestalten können, ehe Bernat noch erhöhte.

Huntelaar wieder fit

Punktlandung Der FC Schalke 04 kann zum Europa-League-Auftakt bei OGC Nizza am morgigen Donnerstag mit Klaas-Jan Huntelaar planen. Der niederländische Stürmer kehrte gestern ins Training des Bundesligisten zurück und wird heute auch die Reise ans Mittelmeer mit dem Team von Trainer Markus Weinzierl antreten. Huntelaar hatte im Bundesliga-Heimspiel gegen Bayern München am vergangenen Freitag (0:2) eine Gehirnerschütterung erlitten und danach mehrere Tage pausiert.