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VfB Stuttgart
Stuttgart / lsw Steven Zuber war einer von drei Zugängen, die der VfB Stuttgart in der Winterpause geholt hat. Seither hat der Schweizer eine starke Torquote, kann sich einen Verbleib vorstellen - und will im Duell mit Hoffenheim keine Rücksicht nehmen auf den Ex-Club.

Arme ausbreiten, hin und her wackeln. Dann mit rechts einen Schritt andeuten, hüpfen und zum Abschluss ein Kuss auf den Ehering für Frau Mirjana - all die Elemente seines Torjubels will Steven Zuber auch am Samstag zeigen. Der Vertrag in Hoffenheim, die Vergangenheit und die unsichere Zukunft dort sind vollkommen wurscht.

„Ich habe großen Respekt vor der TSG 1899 Hoffenheim, aber falls ich ein Tor schieße, werde ich das Tor bejubeln, weil in unserer Situation jedes Tor sehr wichtig ist“, sagte der Schweizer, der im Winter auf Leihbasis vom Europapokalkandidaten Hoffenheim zum abstiegsbedrohten VfB Stuttgart gekommen ist, den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ vor dem wichtigen Heimspiel (15.30 Uhr/Sky).

Beeindruckende Quote

Seit der 27 Jahre alte Fußballer, der in seiner Karriere offensiv schon nahezu jede Position gespielt hat, das VfB-Trikot mit der Nummer neun trägt, hat er in acht Partien schon vier mal getroffen und eine Vorlage beigesteuert. Eine beeindruckende Quote, wenn man die insgesamt nur elf Bundesligatore in 90 Spielen bedenkt. „Ich bin einfach dankbar über jede Spielminute, die ich mit dieser geilen Mannschaft auf dem Platz stehen darf“, sagte Zuber nach dem Doppelpack beim 5:1 gegen Hannover 96 vor zwei Wochen.

Da war auch sein ehemaliger Trainer Julian Nagelsmann im Stadion und erlebte mit, wie gut sich Zuber in Stuttgart inzwischen integriert hat und welchen Wert er für den Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga hat. „Dass er was kann, das weiß ich ja“, sagte Nagelsmann. „Was mich freut, dass er an vielen Toren beteiligt ist. Wenngleich er das am Samstag nicht zwingend ausbauen muss, diese Serie.“

Der VfB Stuttgart hat den Vertrag mit dem derzeit an den Hamburger SV verliehenen Mittelfeldspieler Orel Mangala verlängert.

Weinzierl würde Zuber gerne halten

Trotz viel Rotation in der Hinrunde mit den Spielen in der Europa League hatte Zuber beim zukünftigen Coach von RB Leipzig einen ganz schweren Stand, obwohl der dessen Einstellung und Lernbereitschaft immer wieder betont hat. Also ergriff der WM-Torschütze die Chance VfB und ging nach Stuttgart. Ob Zuber seine Quote beim VfB über die Saison hinaus ausbauen darf, ist offen und hängt wohl maßgeblich von Nagelsmanns Nachfolger ab. Der Vertrag bei der TSG läuft noch bis Sommer 2020, eine Kaufoption hat Stuttgart nicht.

Allerdings hat vor allem Trainer Markus Weinzierl schon durchblicken lassen, dass er Zuber gerne halten würde. „Wir haben keine Zukunftsgespräche geführt, nur Alltagsgespräche, wie es ihm gefällt, wie es ihm geht und wie er sich hier zurecht findet. Da ist die Rückmeldung durchweg positiv“, sagte Weinzierl und erklärte: „Ich finde ihn sehr, sehr bereichernd und er macht sehr, sehr gute Spiele. Ich will alle guten Spieler bei mir haben.“ Auch Zuber kann sich einen Verbleib grundsätzlich vorstellen.

Auf die mögliche Zukunft in Hoffenheim, wo drei Punkte für die erneute Europapokalqualifikation dringend gebraucht werden, will er ohnehin keine Rücksicht nehmen. „Mein Herz gehört im Moment dem VfB - da ist es nicht entscheidend, wie der Gegner heißt“, sagte er.

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