Das ist ein echter Fußball-Hammer: Nach zehn Wochen im Amt schmeißt Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC hin. Wie „Klinsi“ auf seiner offiziellen Facebook-Seite verkündet, stellt er sein Trainer-Amt zur Verfügung.

Seit Ende November habe man mit einem hochkompetenten Team trotz meist schwieriger Spiele inzwischen sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz geschafft, heißt es in seinem Post. „Als Cheftrainer benötige ich allerdings für diese Aufgabe, die noch nicht erledigt ist, auch das Vertrauen der handelnden Personen. Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente. Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden“, schreibt „Klinsi“ weiter.

Rücktritt: Klinsmann stellt Amt als Hertha-Trainer zur Verfügung

Deshalb sei er nach langer Überlegung zum Schluss gekommen, „mein Amt als Cheftrainer der Hertha zur Verfügung zu stellen und mich wieder auf meine ursprüngliche langfristig angelegte Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückzuziehen“.

Laut der Deutschen Presse-Agentur hat Hertha BSC nach eigenen Angaben bislang keine Kenntnis von einem Rücktritt Klinsmanns als Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten. Auch die Profis von Hertha BSC sind völlig überrascht vom plötzlichen Rücktritt ihres Trainers. „Es sind seltsame Nachrichten, wir sind alle durcheinander“, sagte Mittelfeldspieler Marko Grujic nach dem Training am Dienstag. Vor der Einheit, die Assistent Alexander Nouri leitete, habe Klinsmann sein Team über die Entscheidung informiert. „Wir dachten, es geht um die Analyse des letzten Spiels. Und dann hat er es uns gesagt, dass er nicht länger Trainer ist“, berichtete Grujic weiter. Klinsmann habe keine konkreten Gründe genannt. „Er hat gesagt, dass er diese Entscheidung treffen musste.“

Der frühere Bundestrainer hatte den Posten bei den Berlinern am 27. November übernommen und sollte bis zum Saisonende Cheftrainer bleiben. Er war zuvor Aufsichtsrat bei der Hertha geworden und wollte später wieder in dieses Amt zurückkehren.