Olmütz Hrubesch fühlt sich "ein bisschen wie 2009"

Trainer Horst Hrubesch: Vulkan an der Seitenlinie.
Trainer Horst Hrubesch: Vulkan an der Seitenlinie. © Foto: MIS
Olmütz / SID 27.06.2015
Das Halbfinale ist schwerer als das Endspiel: Davon sind die Spieler der deutschen U 21 bei der Europameisterschaft überzeugt. Am heutigen Samstag müssen sie gegen Portugal beweisen, dass sie reif für den Titel sind.

Als die deutschen Titeljäger gestern den Pendolino-Schnellzug von Prag nach Olmütz bestiegen, lag eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung in der Luft. "Wir wissen, was für ein Kaliber mit Portugal auf uns zukommt", sagte Torhüter Marc-André ter Stegen. "Das wird ein Spiel auf Top-Niveau und ein Halbfinale, wie man sich das vorstellt." Wohl wahr.

Auf dem Weg zum erhofften Europameisterschafts-Titel stellt Portugal heute (18 Uhr/ARD) die wahrscheinlich größte Hürde für die deutsche U 21 dar. "Portugal war schon vor dem Turnier einer der Favoriten", sagte ter Stegen, Nicht wenige sehen in der Begegnung ein vorweggenommenes Endspiel, zumal im zweiten Halbfinale Außenseiter Schweden auf Dänemark trifft. Ein Sieg, und der Titel wäre zum Greifen nahe.

Doch zunächst muss Portugal mit seiner geballten Offensivkraft ausgeschaltet werden. Dafür bedarf es einer gehörigen Leistungssteigerung im Vergleich zum 1:1 gegen Tschechien. Das sieht sogar Franz Beckenbauer so. "Wenn sie so weiterspielen, werden sie das Finale nicht erreichen. Sie haben den Test nicht bestanden, einen weiteren werden sie nicht bekommen", sagte der "Kaiser".

Trainer Horst Hrubesch wertet das müde Remis als gutes Omen. Schon beim Titelgewinn 2009 holte sein Team in der Gruppenphase erst einen, dann drei und dann wieder einen Zähler. "Ich fühle mich ein bisschen wie damals 2009. Vielleicht geht es ja ähnlich gut aus", meinte Hrubesch. Zweimal stand ein DFB-Team im einem U-21-Finale der Europameisterschaft. Vor 2009 war dies 1982 bei der Niederlage gegen England der Fall.

Um zum dritten Mal das Endspiel zu erreichen, muss die Chancen-Verwertung besser werden. "Wenn wir vorne die Dinger machen, gewinnen wir gegen Portugal", sagte Dominique Heintz (1. FC Kaiserslautern), bisher einer der Besten im DFB-Team. Der 21-Jährige erhält heute Besuch von seinem Vater und den Schwiegereltern, Mutter Heintz sitzt dagegen auf dem heimischen Sofa. "Sie muss auf den Hund aufpassen", erzählte der Sohnemann.

Voraussichtliche Aufstellung: ter Stegen (FC Barcelona) - Korb(Borussia M'gladbach), Ginter (Bor. Dortmund), Knoche (VfL Wolfsburg), Günter (SC Freiburg) - Heintz (1. FC Kaiserslautern), Can (FC Liverpool), Kimmich (RB Leipzig) - Younes (Lautern), Bittencourt (Hannover) - Volland (1899 Hoffenheim).

Portugals Star Carvalho hat die freie Auswahl

Große Zukunft William Carvalho hat die Qual der Wahl. 23 Jahre alt ist der portugiesische Star, die Zukunft in einem der Top-Vereine Europas scheint ihm gewiss. Egal, wie das Spiel heute gegen Deutschland ausgeht.

Klausel im Vertrag Carvalhos Kontrakt mit Sporting Lissabon läuft zwar noch bis 2018, angeblich kann er aber für mehr als 40 Millionen Euro vorzeitig gehen. Triple-Sieger FC Barcelona soll interessiert sein, Real Madrid ebenso.

Die Insel lockt "Mein Traum ist es, in England zu spielen", sagt der Mittelfeldspieler. Manchester United und der FC Arsenal haben angeklopft. Der in Angola geborene Carvalho war bei der WM 2014 schon im A-Team am Ball.