Fußball Hoffenheimer Kampfansage

Legt die Messlatte hoch: Hoffenheims Trainer  Julian Nagelsmann.
Legt die Messlatte hoch: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann. © Foto: Werner Schmitt/imago
Hoffenheim / Gerold Knehr 23.08.2018
In seinem letzten Jahr als Trainer von 1899 Hoffenheim hat Julian Nagelsmann viel vor: Er sagt dem Abo-Meister FC Bayern München den Kampf an.

Uli Hoeneß hatte schon viele Funktionen beim FC Bayern München. Erst Spieler, dann Manager, mittlerweile Präsident des Vereins sowie Aufsichtsratsvorsitzender der AG. Stets leitete er nebenbei noch ein Ressort, das es offiziell gar nicht gibt: die „Abteilung Attacke.“

Einer seiner prominentesten Sprüche stammt von 2007, als der FCB ausnahmsweise nicht Meister wurde und der VfB Stuttgart sich die Schale krallte: „Nächstes Jahr wird es bei uns eine klare Devise geben, vom ersten Spieltag an: Wir müssen dafür sorgen, dass nächstes Jahr wieder das Wehklagen einsetzt, wenn die anderen uns in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen”, lautete die Kampfansage. Sie fruchtet bis heute: Achtmal holten sich die Münchner seither den Titel, zuletzt sechs Mal in Folge. Der Vorsprung auf den Vize betrug in den vergangenen sechs Jahren mindestens zehn Punkte, maximal waren es 25 (2013).

Nicht als „lahme Ente“ enden

Nun aber hat der unangefochtene Meister der Attacke Konkurrenz bekommen: ausgerechnet vom jüngsten Trainer der Fußball-Bundesliga. „Ich strebe immer nach dem Maximalen. Und das Maximale ist der Titel“, gibt sich Julian Nagelsmann, Coach von 1899 Hoffenheim, betont forsch. Der Bundesliga-Auftakt am Freitag (20.30 Uhr/ZDF) zwischen dem Rekordmeister FC Bayern und Herausforderer Hoffenheim gerät also gleich zur Standortbestimmung.

Nagelsmanns kesse Töne kommen nicht von ungefähr. Es steht bereits fest, dass das Trainertalent nach dieser Saison zu RB Leipzig wechseln wird, um dort Platzhalter Ralf Rangnick abzulösen. Die latente Gefahr, im Kraichgau als „lahme Ente“ zu enden, begegnet Nagelsmann mit einer kecken Ansage. Kein schlechter Schachzug. Bei  Kevin Vogt, dessen Vertrag bis 2022 verlängert wurde, kam dies gut an. „Wir wollen das Vorjahresergebnis toppen“, so der Kapitän des Vorjahresdritten.

Außer in der Bundesliga sind die Badener erstmals auch in der Champions League dabei. Dort werde man nicht nur antreten, „um die Hymne zu hören und schöne Stadien zu sehen“, betont Alexander Rosen.  Bei der Suche nach einem Nagelsmann-Nachfolger will sich der TSG-Sportchef bis zur Winterpause Zeit lassen.

Personell musste Hoffenheim zuletzt Rückschläge einstecken: Kerem Demirbay, Nadiem Amiri, Dennis Geiger, Lukas Rupp und Benjamin Hübner fallen länger aus. Dieser Aderlass und die Eigendymanik des Fußballs, sollte der Saisonstart – am zweiten Spieltag steht das Derby gegen den SC Freiburg auf dem Programm – misslingen, könnten die hehren Ziele gefährden.

Von den Neuzugängen Leonardo Bittencourt, Vincenzo Grifo oder Ishak Belfodil ist einiges zu erwarten. Ebenso vom Brasilianer Joelinton, der in den letzten beiden Jahren an Rapid Wien ausgeliehen war. „Er ist schon eine Kante, die eklig zu verteidigen ist“, sagte Nagelsmann nach dessen drei Toren im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern.  

Das Personal

Zugänge: Leonardo Bittencourt (1. FC Köln/6,0), Vincenzo Grifo (Borussia Mönchengladbach/5,5), Ishak Belfodil (Standard Lüttich/5,5), Joshua Brenet (PSV Eindhoven/3,5), Kasim Adams Nuhu (Young Boys Bern/8,0)

Abgänge: Serge Gnabry (Bayern München/war ausgeliehen), Mark Uth (Schalke 04), Baris Atik (Dynamo Dresden/700 000) Joshua Mees (Union Berlin/500 000), Jannik Dehm (Holstein Kiel), Benedikt Gimber (FC Ingolstadt/1,0), Marvin Schwäbe (Dynamo Dresden/700 000), Eugen Polanski (unbekannt), Philipp Ochs (Aalborg BK/verliehen), Bruno Nazário (Atlético Paranaense/verliehen), Felix Passlack (Borussia Dortmund/war ausgeliehen)

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