Nach seinem Turbo-Hattrick für 1899 Hoffenheim gab Ishak Belfodil einen der Spielbälle gar nicht mehr her, der ausgepumpte FC Augsburg musste sich von seinen bitter enttäuschten Fans Pfiffe gefallen lassen.

Im Kampf um einen internationalen Startplatz errangen die rasant attackierenden Kraichgauer um ihren aufgeblühten Goalgetter einen wichtigen Sieg und vergrößerten die Abstiegssorgen der Fuggerstädter. Die Show schlechthin lieferte Belfodil, der im achten Spiel nacheinander schon neunmal getroffen hat.

„Ich schaue nicht auf alle diese Statistiken“, sagte der frühere Bremer nach seinem Dreierpack innerhalb von nur 21 Minuten beim souveränen 4:0 (1:0). Dadurch haben die Hoffenheimer weiter nur einen Punkt Rückstand auf Europa-League-Rang sechs. „Manchmal habe ich auch gute Spiele ohne Tor oder Vorlagen.“

Fünf Tage nach dem unglücklichen Aus erst in der Verlängerung im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig bot der FCA eine am Ende desolate Vorstellung und hat nur noch vier Zähler Vorsprung auf Relegationsrang 16. „Ich hatte von Beginn an ein bisschen das Gefühl, dass uns das Spiel von Dienstag noch in den Klamotten hing“, erläuterte Augsburgs Coach Manuel Baum. „Gefühlt ist uns die Frische etwas abhandengekommen.“

Die Hoffenheimer zeigten sich dagegen hellwach. „Das war eine sehr reife Leistung“, lobte Hoffenheims scheidender Trainer Julian Nagelsmann. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass es richtig kritisch wird.“ Eben auch dank Belfodil. Der Stürmer sei ein Spieler mit „außergewöhnlichen Qualitäten im Eins-gegen-eins, mit einem sehr, sehr großen Tempo und einem ganz eklig zu verteidigenden Körper“, meinte Nagelsmann.

Vor 27.552 Zuschauern stellte Andrej Kramaric (6. Minute) mit seinem 15. Saisontor seine persönliche Bestmarke ein. Mit einem Hattrick bescherte Belfodil (61., 74., 82.) den zielstrebigen Gästen die achte ungeschlagene Partie nacheinander gegen die Augsburger.

Die Augsburger Defensive fand gegen die Hoffenheimer Stürmer Belfodil, Adam Szalai und den hängend agierenden Kramaric kein Rezept. Selbst mehrere Umstellungen Baums fruchteten nicht. „Wir hatten keine Ahnung, was wir heute gemacht haben“, kritisierte Verteidiger Jeffrey Gouweleeuw. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir etwas erreichen können.“

Nach einer Ballstafette über Nico Schulz und Kramaric konnte FCA-Schlussmann Gregor Kobel mit dem Fuß noch gegen Belfodil abwehren, im Nachschuss war aber der lauffreudige Kramaric zur Stelle. Vor allem Reece Oxford dürfte diesen Tag in böser Erinnerung behalten. Der Engländer bekam insbesondere Kramaric nicht in den Griff. In der 27. Minute reagierte der Augsburger Coach und ersetzte ihn durch Angreifer Alfred Finnbogason.

Einen Querpass im Sechzehnmeterraum ließ Szalai passieren, den Schuss von Kramaric (24.) lenkte der reaktionsschnelle Kobel, der von der TSG ausgeliehen ist, mit der Hand noch an die Latte. Nagelsmanns Team musste sich zur Pause vorwerfen lassen, nicht mehr aus seinen teils rasant vorgetragenen Angriffen gemacht zu haben.

Die Augsburger, die vor einer Woche beim 0:3 gegen den 1. FC Nürnberg mal wieder in dieser Saison eine ernüchternde Leistung gezeigt hatten, leisteten sich auch nach dem Seitenwechsel zu viele unnötige Abspielfehler.

Die TSG dagegen agierte gegen immer erschöpftere Hausherren weiter zielstrebiger, entschlossener in den Zweikämpfen und spielerisch souveräner. Eine exakte Flanke von Kerem Demirbay köpfte Belfodil locker ein, später verwandelte er auch noch zweimal mit dem Fuß.

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