Über Hans Sarpei lachen tausende Fans. Gut, über Lothar Matthäus amüsieren sich Millionen, aber das ist was anderes. Beide spielen zwar fußballerisch keine Rolle mehr, aber über Sarpei wird gelacht, weil er witzig ist – bei Matthäus ist das eine ganz andere Sache.

Über 82 000 Facebook-Usern „gefällt“ Hans Sarpei, das heißt, sie verfolgen seine Einträge. Obwohl der 190-fache Bundesligaspieler für Schalke in der laufenden Saison noch keinen Einsatz hatte, lieben ihn die Fans.

Angefangen hat dieser Hype mit einer Verarschung seines Teamkollegen Alexander Baumjohann. Noch unter Felix Magath waren Sarpei und Baumjohann in die zweite Schalker Mannschaft strafversetzt worden. In der Sommerpause fragte Baumjohann via Twitter, ob es auf Schalke etwas Neues gibt. „Ja, du sollst nach Wolfsburg“, antwortet Sarpei. Dort hatte mittlerweile Magath das Sagen. Baumjohann reagierte entsetzt: „Damit macht man keinen Spaß. Das ist nicht lustig.“

Die Internetgemeinde sah das anders. Als sie begann, die alten Chuck-Norris-Sprüche auf Sarpei umzuschreiben, nahm der Hype vollends seinen Lauf. „Hans Sarpei kann mit einem Ballkontakt zwei Pässe spielen“, „Hans Sarpei kauft bei Apple Birnen“. Solche Sprüche kuriseren zu Hunderten im Netz. 700 Facebook-Gruppen wurden von Hans-Sarpei-Fans mittlerweile gegründet. Der Gehuldigte sorgt mit unterhaltsamen Einträgen dafür, dass es seinen Anhängern nicht langweilig wird. Da wird schon mal Kölns Lukas Podolski oder Teamkollege Benedikt Höwedes vorgeführt.

Auch Magath meldete sich zu Wort. Auf Sarpei angesprochen, sagte der Wolfsburger Trainer, dass der Ghanaer „ja jetzt Karriere macht – im Internet“. Sarpeis Antwort ließ nicht lange warten: „Ich frage mich, wie ihm das aufgefallen ist. Wo doch der letzte Post an seine Leser noch Weihnachtsgrüße beinhaltet.“ Das war Ende Januar.