Berlin Große Abschiedstour in der Bundesliga

Berlin / DPA 18.01.2016
Renommierte Spielmacher abseits des Rasen verlassen in diesem Sommer ihren Klub in der Fußball-Bundesliga. Folgt Heidel auf Heldt bei Schalke 04? Und bleibt Eintracht Frankfurt auch ohne Bruchhagen seriös?

Hoffenheims Trainer Huub Stevens will sich mit dem Klassenverbleib verabschieden, und auch Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen hört auf. Für einige Protagonisten der Bundesliga beginnt mit dem Rückrundenauftakt ihre Abschiedstournee. Außerdem deutet alles daraufhin, dass der Mainzer Manager Christian Heidel seinen Kollegen Horst Heldt auf Schalke beerbt. Ein Überblick zu den scheidenden Protagonisten.

Huub Stevens ist mal wieder als Retter gefragt. Der Niederländer ist in seiner langen Trainerkarriere schon bei sechs Klubs während der Saison eingestiegen, um weiteres Ungemach abzuwenden. Zuletzt ist dies dem "Knurrer von Kerkrade" zweimal hintereinander beim VfB Stuttgart gelungen. Jetzt soll der 62-Jährige, der von sich aus nur bis zum Saisonende arbeiten möchte, das Schlusslicht 1899 Hoffenheim vor dem Abstieg bewahren. Seit seinem Amtsantritt am 27. Oktober hat Hoffenheim allerdings erst einmal gewonnen. Stevens sieht sich vor allem als Psychologe gefordert: "Ich versuche Ausgeglichenheit auszustrahlen und den Jungs das Vertrauen zu geben, das sie brauchen." Angst kennt er nicht, "weshalb auch?", fragt der Holländer.

Nach über zwölf Jahren bei Eintracht Frankfurt ist für Heribert Bruchhagen Schluss. Der Vorstandsvorsitzende hat Seriosität und solides Wirtschaften in den Klub gebracht. Der knorrige Ostwestfale ist dem für Träumereien anfälligen Umfeld stets mit seiner nüchternen Art begegnet. Ausgerechnet in seiner Abschiedssaison kämpft die Eintracht um den Ligaerhalt. "Unsere Mannschaft ist kein Kandidat für den Abstieg", sagt Bruchhagen zwar, die Situation macht ihm indes zu schaffen. "Was mich mitnimmt und den Job auch anstrengend macht, ist die Verantwortung. Vor allem für unsere 128 Mitarbeiter", gibt der 67-Jährige zu.

Horst Heldt soll den FC Schalke 04 in der Winterpause fit machen für die Zukunft, die er selbst beim Verein offenbar nicht mehr hat. Es deutet alles darauf hin, dass der Vertrag des Managers im Sommer nicht verlängert wird. Die Bilanz seiner fünfeinhalbjährigen Schaffenszeit hatte Höhen und Tiefen. Sportlich erreichte der Klub dreimal die Champions League und zweimal die Europa League. Bei den Transfers und den Trainerentscheidungen blieb er mitunter glücklos. An Fehleinkäufe wie Trainer-Flop Roberto Di Matteo oder die Spieler Kevin-Prince Boateng, Sidney Sam oder Chinedu Obasi sei erinnert. In seiner letzten Transferperiode möchte Heldt beweisen, dass er es besser kann. Als Platzhalter für den als Nachfolger gehandelten Christian Heidel sieht er sich nicht. "Ich habe hier auf Schalke einen klaren Auftrag, bin in der Verantwortung und werde diese bis zum Saisonende erfüllen", erklärte Heldt.

Christian Heidel hat als Manager den FSV Mainz 05 vom abstiegsbedrohten Zweitligisten zur festen Größe der Bundesliga geformt. Mainz ohne den Ur-Mainzer Heidel ist kaum vorstellbar. Doch es sieht stark danach aus, dass der 52-Jährige, der seit 1992 dem Vereinsvorstand angehört, im Sommer eine neue Herausforderung bei Schalke sucht. Innerhalb der nächsten zwei Monate will sich Heidel erklären. Er sagt: "Im Moment ist mein Kopf nirgendwo anders als bei Mainz."

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