Gladbach/Hannover Gladbacher Nerven liegen blank

Frust: Marc-Andre ter Stegen geriet mit Granit Xhaka aneinander. Foto: Imago
Frust: Marc-Andre ter Stegen geriet mit Granit Xhaka aneinander. Foto: Imago
Gladbach/Hannover / SID/DPA 06.10.2012
Sieben Spiele ohne Sieg, zuletzt in der Europa League, haben bei Borussia Mönchengladbach Spuren hinterlassen. Das 2:1 zu Zehnt gegen Levante macht Hannover 96 Mut vor der Partie gegen Dortmund.

Es war eine Szene mit Symbolcharakter. Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen und Granit Xhaka gerieten während der ersten Halbzeit des Europa-League-Spiels gegen Fenerbahce Istanbul lautstark aneinander und setzten ihren Disput auch auf dem Weg in die Kabine fort. Nach dem Fehlstart von Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga und auf internationaler Ebene liegen bei der Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison die Nerven blank.

Die Verantwortlichen waren nach der 2:4 (1:2)-Heimniederlage gegen den türkischen Rekordmeister und dem siebten Spiel in Folge ohne Sieg um Ruhe bemüht. "Die Mannschaft zeigt Emotionen, und das ist wichtig. Natürlich sollte ein Konflikt nicht auf dem Platz, sondern in der Kabine ausgetragen werden. Aber das sollten wir jetzt nicht zu hoch hängen", sagte Sportdirektor Max Eberl. Auch Trainer Lucien Favre wollte der Auseinandersetzung keine große Bedeutung beimessen. "Alle waren enttäuscht und haben sich geärgert. Das ist nicht ungesund", sagte der Schweizer, während sein Landsmann Xhaka erklärte: "Marc und ich wissen, was war. Wir haben das ausgeräumt." Am Sonntag (15.30 Uhr) soll gegen Eintracht Frankfurt die Wende herbeigeführt werden.

Viel Zeit zum Akku-Aufladen hat auch Hannover 96 bis zum nächsten Fußball-Fest gegen Borussia Dortmund am Sonntag (17.30 Uhr) nicht. Das imponierende 2:1 (1:1) mit zehn Mann gegen UD Levante raubte viele Kräfte. Der Unterzahl-Sieg in der Europa League war aber auch ein Mutmacher für das Bundesliga-Match am Sonntag, "Wir haben 48 Stunden Zeit, zu regenerieren. Wenn wir alles richtig machen, sind wir wieder voll da", versprach 96-Trainer Mirko Slomka.

Ein umstrittener Elfmeter-Pfiff des unsicheren Schiedsrichters Liran Liany (Israel) weckte die 96-Profis aus ihrer anfänglichen Lethargie. Verteidiger Karim Haggui hatte Theofanis Gekas im Gewühl gefoult. Liany wertete das als Notbremse, obwohl Mario Eggimann, dem er zunächst Rot gezeigt hatte, in unmittelbarer Nähe stand. "Elfmeter ja, die Gelbe Karte hätte aber gereicht. Der Platzverweis für Haggui war unberechtigt, andererseits aber ein Weckruf", so Slomka. Haggui wurde von der Uefa für die Europa-League-Partie am 25. Oktober bei Helsingborg IF gesperrt.

Beim FC Bayern hat Trainer Jupp Heynckes nach den jüngsten Unstimmigkeiten mit Matthias Sammer versichert, dass sein Verhältnis zum Sportvorstand weiterhin intakt sei. "Wir zwei verstehen uns sehr gut", erklärte Heynckes und ergänzte vor dem Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim: "Es ist gar nicht schlimm, wenn es hier und da mal eine Unstimmigkeit gibt." Diese sei nach der Champions-League-Niederlage bei Bate Borissow gleich am Mittwoch in einem Gespräch, an dem auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge teilnahm, "zurechtgerückt" worden.

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