Bedrohlich schwankende Leistungen in der Hinrunde, verletzte Stammkräfte und eine Trainerentlassung. Der Rekordmeister hat seine turbulenteste und schwächste Hinrunde seit zehn Jahren abgeliefert – und steht dennoch ganz passabel da: In der Bundesliga auf Platz drei mit nur vier Punkten Rückstand auf den Führenden, in der Champions League sowie im Pokal auf Kurs.

Und die schnelle Lösung Hansi Flick als Nachfolger für den glücklosen Trainer Niko Kovac hat sich als goldrichtig erwiesen: Der ehrgeizige Fußballlehrer, der vor allem von seiner Arbeit bei der Nationalmannschaft profitiert, hat die Bundesliga-Truppe stabilisiert und konnte sie in der Winterpause in ruhigeres Fahrwasser bringen. Die 2:5-Testspielniederlage, in der wohlgemerkt einmal die komplette Mannschaft ausgewechselt wurde, stellt dies nicht alles auf einmal in Frage.

Den positiven Trend wird der FCB 2020 fortsetzen, auch wenn er vermutlich früh in der Champions League scheitern wird. Oder gerade deswegen. Denn das wird auch bei den verletzungsanfälligen Stars wie Serge Gnabry, Kingsley Coman und Lucas Hernandez neue Kräfte im Saisonendspurt freisetzen und den Titel bringen. Letztendlich ist der so gescholtene, dünne Kader in der Spitze zugleich der stärkste, den die Bundesliga zu bieten hat. Deshalb wird Bayern doch Meister!