Was haben die Fußball-Zweitligist SC Freiburg den deutschen Branchenführern Borussia Dortmund und FC Bayern München voraus? Anders als die beiden Bundesligisten, die sich am Samstag im "deutschen Clasico" 0:0 trennten, trafen die Badener und die Sachsen ins Schwarze. Da Freiburg aber in Vincenzo Grifo und Florian Niederlechner zwei Schützen und Leipzig in Dominik Kaiser nur einen hatten, triumphierten die Badener - mit ein wenig Glück - mit 2:1 gegen den Spitzenreiter. Damit untermauerte das Team von Trainer Christian Streich seinen zweiten Tabellenplatz und hat gute Chancen, wieder in die Fußball-Bundesliga zurückzukehren.

Es war eine Begegnung unter erschwerten Bedingungen. Eine Stunde vor dem Anpfiff war der Winter in den Schwarzwald zurückgekehrt. Frau Holle ließ es kräftig schneien. So hatten die Spieler beider Team wörtlich einen schweren Stand. Und auch Schiedsrichter Manuel Gräfe tat sich unter diesen Umständen schwer. In der 32. Minute unterbrach er das Spiel, um die Strafstoß- und Seitenlinien vom Schnee zu befreien und nachziehen zu lassen.

Angesichts dieser Umstände war es eine recht ansprechende Begegnung. Spielerische Schmankerl waren zwar kaum möglich, doch die Fans bekamen einen engagierten und mitunter harten Kampf, hohes Tempo, eine intensive Auseinandersetzung mit Spannung bis zum Schluss geboten. Den Gastgebern spielte ihre frühe Führung in die Karten. Ihren Ausgang nahm sie bei Torhüter Alexander Schwolow, der den Ball weit nach vorne schlug. Marvin Compper, einer von drei Schwaben in der Startelf der Sachsen, versprang der Ball. Der Ex-Heidenheimer Florian Niederlechner schnappte sich ihn, leitete das Spielgerät weiter zu Mike Frantz, der wiederum zu Talent Vincenzo Grifo passte. Der fackelte nicht lange und traf aus halblinker Position mit einem platzierten Schuss zur Freiburger 1:0-Führung in der zehnten Minute. Ein Start nach Maß.

Die Leipziger zeigten sich kurzzeitig beeindruckt, gewannen aber allmählich die Oberhand. Manchmal schien es so, als hätten die ganz in weiß bedressten Sachsen auf dem Schneeboden die perfekte Tarnung gefunden, denn Yussuf Poulsen und Emil Forsberg entwischten mitunter ihren Gegenspielern. Doch von Erfolg gekrönt waren die Anstrengungen der Gäste zunächst nicht. Insgesamt blieben sie doch vor dem Freiburger Tor recht harmlos. SC-Torhüter Schwolow musste zwar immer auf der Hut sein, ernsthaft eingreifen brauchte er vor 23 500 Augenzeugen im Schwarzwaldstadion in der ersten Halbzeit aber nur bei Forsbergs Schuss (31.)und bei einem Versuch des Österreichers Marcel Sabitzer kurz vor der Pause.

In der zweiten Halbzeit erhöhte Leipzig den Druck - und brachte den SC in Nöte. Der Erfolg stellte sich schnell ein: Dem früheren Kirchheimer und Gmünder Dominik Kaiser gelang mit einem Schuss aus 14 Metern der Ausgleich (56). SC-Trainer Streich reagierte und brachte mit dem nach einer Verletzung wieder genesenen Nils Petersen einen weiteren Angreifer. Der war kaum auf dem Platz, als er seinen Kollegen Niederlechner bediente. Der lief allein auf das Leipziger Tor zu, behielt die Nerven und vollstreckte zum 2:1 (68.). Am Ende drückten die Gäste vehement auf den Ausgleich, doch Schwolow rettete in der Nachspielzeit spektakulär. Freiburg blieb beim Schneewalzer standhaft.