Freiburg / Von Kristina Puck, dpa

Erleichtert rechnete selbst Christian Streich vor, dass der SC Freiburg den Klassenverbleib jetzt so gut wie sicher hat.

„Stuttgart hat verloren in Dortmund. Es sind jetzt doch elf Punkte. Nicht ganz so wenig. Es ist noch nichts geschafft, aber es sieht gut aus“, bilanzierte der Trainer nach dem hart erkämpften 2:1 gegen Hertha BSC angesichts des Abstands auf den Relegationsrang. Jahr für Jahr kämpfen die Badener darum, in der Fußball-Bundesliga mitspielen zu dürfen. Es ist bemerkenswert, wie es dem SC mit bescheidenen Mitteln wieder gelingt, genügend Teams hinter sich zu lassen.

„Ich bin extrem erleichtert. Wahnsinn“, gab Streich zu. Sechs Clubs stehen in der Tabelle momentan schlechter da. Neun Spieltage vor Schluss deutet vieles darauf hin, dass seine Elf nicht mehr in akute Abstiegsgefahr geraten wird.

Nach dem Schlusspfiff war beim 53-Jährigen die Anspannung des Zitterspiels abgefallen und hatte in einem Sprint auf den Rasen gemündet. Den zweimaligen Vorlagengeber Vincenzo Grifo schien er aus der beherzten Umarmung gar nicht loslassen zu wollen. Doch mit etwas Abstand wirkte Streich eher verzweifelt und war mit seinen Gedanken schnell wieder bei seinen schwer verletzten Spielern.

„Das ist eine Katastrophe - schon wieder. Wir haben seit zwei Jahren so viele schwere Verletzungen. Das macht mich verrückt“, klagte er. Rechtsverteidiger Lukas Kübler erlitt nach einer knappen halben Stunde einen Bruch des Sprunggelenks. Abwehrkollege Philipp Lienhart fiel zur Halbzeit mit einer Gehirnerschütterung aus. Robin Koch zählt auch zum Abwehr-Lazarett, Nicolas Höfler und Manuel Gulde haben erst vor kurzem wieder mit dem Mannschaftstraining begonnen.

Dass der SC den widrigen Umständen trotzte, unterstreicht eine besondere Stärke. Lienharts Ausfall kompensierte Streich mit dem Debütanten Nico Schlotterbeck. Der 19-Jährige war nicht einmal im Stadionmagazin aufgelistet. Dank der „hohen Sozialkompetenz“ im Team würden Talente gut integriert, argumentierte Streich. Das sei ein „Schlüssel“ für die Freiburger Bundesliga-Tauglichkeit.

Der junge Verteidiger war gleich maßgeblich am Siegtreffer beteiligt, weil er nach einer Grifo-Ecke das Eigentor von Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic provozierte (81. Minute). In den vier Rückrunden-Heimspielen hat Freiburg nun stets mindestens ein Tor nach einer Ecke erzielt. Mit Leidenschaft, unbändigem Willen und Laufeinsatz machen die Breisgauer die Ausfälle wett und gleichen auch die oft stärkere individuelle Klasse des Gegners aus. „Die sind total am Ende, körperlich. Wir haben gefightet wie die Löwen“, beschrieb Streich.

Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion ließ seine Elf nur den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Ibisevic (76.) zu. Torjäger Nils Petersen hatte die Gastgeber nach einer Flanke von Grifo in Führung gebracht (27.). Rückkehrer Grifo, Winter-Leihgabe aus Hoffenheim, belebt in der Rückrunde das Angriffsspiel merklich. „Ich glaube, ohne die Menschen draußen hätte es nicht zum Sieg gereicht“, sagte Frantz und zählte die Fans als einen weiteren Pluspunkt auf.

Mit beruhigenden 30 Zählern kann Freiburg nun die nächsten kniffligen Herausforderungen angehen. Am Freitag ist der SC in Mönchengladbach zu Gast, dann reist der neue Tabellenführer FC Bayern an. „Durch sind wir natürlich noch nicht“, warnte Torhüter Alexander Schwolow.

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