Niederlage gegen Augsburg Fortuna-Coach Funkel mit erster Begegnung mit Videobeweis

Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel beschwert sich bei den Unparteiischen. Foto: Ina Fassbender
Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel beschwert sich bei den Unparteiischen. Foto: Ina Fassbender © Foto: Ina Fassbender
Düsseldorf / Von Dietmar Fuchs, dpa 26.08.2018

Es war Friedhelm Funkels erste und eher unerfreuliche Begegnung mit dem Videobeweis. „Zum Glück“, ließ der Rekord-Aufstiegstrainer der Fußball-Bundesliga abends nach dem 1:2 (1:0) seiner Düsseldorfer Fortuna gegen den FC Augsburg im ZDF-Sportstudio wissen.

Ein großer Fan des technischen Mittels war der 64-Jährige, der seine Teams sechsmal aus der zweiten in die erste Liga führte, schon am Samstagnachmittag nicht. Da hatte er sich mit Schiedsrichter Markus Schmidt angelegt - impulsiv, trotz aller Gelassenheit des Erfahrenen. „Das gehört im Fußball-Leben dazu“, sagte Funkel im Gespräch mit Sportstudio-Premierenfrau Dunja Hayali. Er hatte sich in seinem 460. Spiel als Erstligacoach über die Szene erregt, die in der 57. Minute zum 1:1-Ausgleich durch Augsburgs Martin Hinteregger führte.

„Wenn er sich diese Szene schon anschaut, dann darf er da kein Tor geben. Dann muss er Freistoß für uns geben, ganz klar“, betonte Funkel bereits unmittelbar nach dem Comeback mit Zweitligameister Düsseldorf in der Beletage des deutschen Fußballs. Seine Bewertung zum Einsatz des Augsburger Kapitäns Daniel Baier gegen Benito Raman war eindeutig: „Der Ellbogen war sehr, sehr hoch. Da kann man auch Freistoß für uns geben.“

Wäre der Videobeweis unterblieben, „müssen wir damit leben“, bemerkte Funkel, für dessen Kollegen Manuel Baum die Sache klar war. Vielleicht habe der Belgier Raman „ein bisschen was“ ins Gesicht bekommen. Es sei aber absolut kein Baier-Foul gewesen. „Sonst muss man ja jedes Ding abpfeifen“, sagte Baum bei Sky. Schmidt ließ den Treffer gelten, die Fortuna-Führung durch Raman (39.) war passé.

Und weil FCA-Rückkehrer André Hahn in der 76. Minute das 2:1 für die Schwaben gelang, wurde es nichts mit einem Sieg oder zumindest einem Remis der Fortuna, die 1925 Tage nach ihrem bis dahin letzten Erstligaspiel punktlos blieb. Trotz der Niederlage vor 40 996 Zuschauern zeigte sich Funkel nach den 90 Minuten versöhnlich: „Wir sind im Frieden auseinandergegangen“, betonte er nach einem abschließenden Disput mit dem Stuttgarter Unparteiischen Schmidt.

Friedlich gestimmt war der in Krefeld lebende gebürtige Neusser Funkel wohl auch deshalb, weil er eines erkannt haben will: „Ich glaube, wir haben gezeigt, dass wir in der Bundesliga mithalten können.“ Indes: Sein Team muss cleverer werden. „Zwei Flanken und dann zwei Tore, die man verhindern kann und muss“ - das war Funkels einziger kleiner Vorwurf an seine Mannschaft „nach einem besonderen Moment“, wie er sein Gefühlsleben nach der Rückkehr in die Erstklassigkeit beschrieb.

Ob er denn glaube, dass sich die Fortuna dort halten könne, wollte Dunja Hayali wissen. Funkels Replik: „Soll ich jetzt nein sagen? Klar glaube ich das!“ Das darf er auch, weil die Profis des Aufsteigers leidenschaftlich fighteten „und viele Dinge richtig gemacht haben“.

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