Nullnummer in Mainz Fluch des Bayern-Bezwingers: Hertha ist „kein Barcelona“

Hertha-Trainer Pal Dardai redet auf seine Spieler ein. Foto: Thomas Frey
Hertha-Trainer Pal Dardai redet auf seine Spieler ein. Foto: Thomas Frey © Foto: Thomas Frey
Mainz / Von Andreas Schirmer, dpa 07.10.2018

Ein Sieg gegen den Branchenprimus Bayern München ist meistens ein Fluch. Nach dem rauschenden Fußballfest kam für Hertha BSC bei FSV Mainz 05 (0:0) die Ernüchterung im Bundesliga-Alltag.

„Erstmal ist es schön, nicht verloren zu haben. Nach dem Bayern-Spiel musst du mit dem Punkt zufrieden sein“, kommentierte Hertha-Chefcoach Pal Dardai die Nullnummer eher erleichtert.

Immerhin sind die Berliner in guter Gesellschaft von Bayern-Bezwingern, die mit Nachwehen zu kämpfen hatten. Von den vergangenen elf Clubs, die die Münchner besiegen konnten, gelang nur RB Leipzig im Spiel danach ein weiterer Erfolg. „Wenn du zum Flughafen fährst und nach Mainz fliegst, reden alle über Bayern München“, erklärte Dardai. „Nach dem Spiel kommst du aus Mainz zurück, reden immer noch alle über Bayern München. Wir müssen das vergessen. Alles ist gut.“

Auch die Hertha-Profis haderten nach der mäßigen wie schwunglosen Darbietung am Samstag nicht mit dem angesichts der vielen Mainzer Chancen auch schmeichelhaften Unentschieden. „Ein Punkt ist ein Punkt. Wir sind kein Barcelona“, sagte Per Skjelbred.

„Es ist schon etwas anderes in Mainz zu spielen: Gegen die Bayern steckt man von Anfang bis Ende alle Kraft rein“, meinte Niklas Stark - nach Abpfiff auf Krücken gestützt. Er musste mit einer Blessur am Sprunggelenk ausgewechselt werden und droht länger auszufallen: „Ich will nicht den Teufel provozieren, aber es sieht nicht so gut aus.“ Sollte sich die Mutmaßung nach der ärztlichen Untersuchung am Montag bestätigen, droht nach dem verletzten Jordan Torunarigha ein weiterer Innenverteidiger vorerst auszufallen.

Auch nach der Punkteteilung ist es für die erstmal in der Ligaspitze etablierte Hertha mit nun 14 Punkten einer der besten Starts in eine Bundesligasaison. „Natürlich macht es Spaß“, sagte Dardai. „Wir versuchen oben dranzubleiben.“ Er wolle aber „unsere junge Mannschaft nicht so unter Druck“ setzen. Aber es sei jetzt einfacher, weil das Selbstvertrauen vorhanden sei. „Du hast im Hinterkopf, dass du dir Fehler leisten kannst und du trotzdem noch da oben bleibst.“

Ob nach dem nicht so gelungenen Intermezzo in Mainz der Aufwärtstrend anhält, wird sich nach der Länderspielpause gegen den SC Freiburg zeigen. „Wenn du dort gewinnst, kann man damit diesem Punkt in Mainz noch vergolden“, meinte Dardai, der sich mit weiteren bilanzierenden Aussagen und Prognosen jedoch zurückhielt.

„Ich bin nur an Weihnachten zufrieden, wenn wir genug Punkte haben“, betonte der Ungar. „Warum? Wir haben ein hartes Programm hinter uns, wenn wir jetzt konsequent weiter punkten, kann es eine schöne Winterpause sein.“ Bis Weihnachten stehen noch zehn Spieltage auf dem Programm. „Es liegt in unserer Hand, wir haben die Qualität“, sagte Dardai.

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