Rekordmeister FC Bayern – und sonst nichts?

München / “ dpa 08.08.2018

Wenn Niko Kovac dürfte, würde der neue Bayern-Trainer viel Geld auf die Titelverteidigung mit dem Rekord-Champion aus München wetten. „Natürlich sind wir so selbstbewusst zu sagen, dass wir deutscher Meister werden wollen“, erklärt Kovac die Bayern auch in der Saison 2018/19 zum großen Meisterschaftsfavoriten.

Damit liegt er voll im Trend: Nur drei von 18 Trainern oder Managern der Fußball-Bundesliga legten sich in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht auf den Rekordmeister fest. Geht es nach der Mehrheits-Meinung, ist die spannendste Frage vor der am 24. August beginnenden neuen Saison: Wer wird der schärfste Verfolger des deutschen Rekordmeisters?

Weit weg vom Rest der Liga

Die Mehrheit der Experten erwartet die Bayern ganz vorn – so wie in den vergangenen sechs Jahren. „Bester Kader, guter Trainer. Das wird wieder eine deutliche Angelegenheit“, prophezeit Augsburgs Trainer Manuel Baum einen erneuten Durchmarsch der Münchner. Auch Ralf Rangnick, Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig, muss nicht lange nach einer Antwort auf die Meisterfrage suchen: „Der FC Bayern München, weil sie in vielerlei Hinsicht sehr weit entfernt vom Rest der Liga sind.“

Nach Ansicht von Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke könnte Spannung nur aufkommen, „wenn es einen Play-Off-Modus geben würde“. Doch dies ist Utopie. Daher unkt Reschke: „Bayern München wird wohl mindestens in den nächsten drei Jahren deutscher Meister. Die wirtschaftliche und sportliche Dominanz ist viel zu deutlich.“

Im Vorjahr distanzierten die Bayern Vizemeister Schalke 04 um 21 Punkte. Dessen Trainer Domenico Tedesco macht wenig Hoffnung auf Besserung. Seine Erwartungen für die kommende Saison: „Da kann ich leider nicht sehr kreativ sein. Meister werden die Bayern, weil sie schlicht den besten Kader haben.“

Herrlich setzt auf Dortmund

Seit der Saison 2012/13 ziehen die Münchner einsam ihre Kreise in der Liga. Der größte Vorsprung auf die Verfolger betrug seither 26 Zähler, das geringste Polster zehn Punkte. Also wieder Langeweile pur? Nicht unbedingt, sagt Julian Nagelsmann. Der Trainer von 1899 Hoffenheim verblüffte zuletzt mit einer forschen Kampfansage an die Bayern und bringt nun einen weiteren Titelkandidaten ins Spiel: „Ich sage mal was anderes, weil sicherlich die meisten den FC Bayern nehmen: Leverkusen. Das ist eine gute Mannschaft.“

Solche Komplimente dürfte Heiko Herrlich gerne hören. Auch der Bayer-Trainer glaubt an eine Wachablösung – allerdings durch ein anderes Team. Sein Meistertipp: „Borussia Dortmund. Ich habe schon im Vorjahr auf den BVB getippt und bleibe bei dieser Einschätzung. Der BVB hat einen super Kader, der noch gezielt verstärkt wurde. Und Lucien Favre wird wieder Ordnung reinbringen.“

Das glauben viele Experten wie Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl, der ein heißes Titelduell zwischen den Bayern und dem BVB erwartet. Die Schwarz-Gelben hatten 2011 und 2012 unter Jürgen Klopp die Bayern im Meisterrennen letztmals düpiert.

Favre traut sich mit dem BVB durchaus eine erfolgreiche Attacke auf den Branchenprimus der Republik zu. Allerdings nicht auf Anhieb. „Zumindest in dieser Saison müssen wir realistisch sein: Wir stehen vor einem sportlichen Neustart, der Zeit braucht – ziemlich sicher auch mehr als nur eine Transferperiode“, sagt Favre und betont: „Momentan ist Bayern München der Top-Favorit.

Aufsteiger sind heiße Abstiegskandidaten

Für nahezu alle Wettanbieter sind die beiden Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und 1. FC Nürnberg auch die beiden heißesten Abstiegskandidaten. Von den etablierten Bundesligisten sind nach Ansicht der Buchmacher in erster Linie Hannover 96, der FSV Mainz 05  und der SC Freiburg gefährdet. Wer einen Euro auf den Abstieg des Teams von Christian Streich setzt, bekommt bei den Anbietern lediglich zwischen 3,50 und 4,50 Euro zurück. Mit Quoten zwischen 15 und 20 liegt der VfB Stuttgart im Mittelfeld. Wer auf den FC Bayern München als Absteiger wettet, bekommt bei „betway“ bei Eintreffen dieser kühnen Prognose das 3000-fache seines Einsatzes (Stand gestern) zurückbezahlt.  gek

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