Christoph Daum hat den Umgang mit Bayern-Trainer Niko Kovac zu Beginn einer am Ende erfolgreichen Double-Saison kritisiert.

„Ich habe etwas die Rückendeckung und die Unterstützung für Niko vermisst. Das hat aber Uli Hoeneß sehr schnell erkannt und Niko nicht infrage gestellt. Das war das richtige Signal an alle Spieler“, sagte der Fußballtrainer in einem Sport1-Interview.

Anfangs gab es unter Kovac beim FC Bayern München „viel Rotation“, meinte Daum. „Und dann haben einige der Superstars rebelliert. In dieser Situation gibt es nur eine Lösung, nämlich dem Trainer den Rücken zu stärken“, forderte der 65-Jährige, der zuletzt die rumänische Nationalmannschaft trainiert hatte. „Egal, wie der Rebell heißt: Wenn einer meint, man könne sich beim Vorstand ausweinen, dann wird die Position des Trainers geschwächt, wenn der Vorstand nicht klar zu ihm hält.“

Bei einem Star-Ensemble wie den Bayern müsse der Trainer vom Vorstand gedeckt werden. „Doch in München ist das nicht so leicht. Franck Ribéry hat seit zehn Jahren das beste Verhältnis zu Uli Hoeneß, da ergeben sich auch private Gespräche“, sagte Daum. „Dies trägt alles dazu bei, dass es ein hoch explosives Gemisch wird.“ Nach einer Aufholjagd gewannen die Bayern schließlich noch den Titel vor Borussia Dortmund und wurden danach auch Pokalsieger.

Mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß, mit dem er mehrfach aneinandergeraten war, hat sich Daum längst versöhnt. „Ein persönliches Treffen gab es nie. Es gab aber ein langes Telefonat. Das liegt jetzt schon zwei Jahre zurück, als er mich anrief“, berichtete Daum über „ein tolles offenes Gespräch, für das ich Uli Hoeneß sehr dankbar bin“. Und versicherte: „Ich hatte meinen Frieden mit ihm bereits geschlossen.“

Daum-Interview bei Sport1