Minsk Erste Kratzer in der schönen Bayern-Welt

Im Blickpunkt: Ex-Bundesliga-Profi Alex Hleb (r.) und Javi Martínez. Foto: dpa
Im Blickpunkt: Ex-Bundesliga-Profi Alex Hleb (r.) und Javi Martínez. Foto: dpa
Minsk / DPA 04.10.2012
Überraschend war nach neun Siegen die erste Bayern-Pleite. Und die Trainer-Reaktion auf Sammers Kritik: "Populismus" könne man nicht brauchen.

Als Matthias Sammer mit den Bayern-Bossen noch beim Bankett saß, hatte sich Jupp Heynckes mit der Mannschaft längst aus dem Saal verabschiedet. Das 1:3 beim FC Bate Borissow in der Champions League war einigen bitter aufgestoßen. Auch Heynckes Reaktion auf die jüngste Kritik Sammers schmeckte nicht allen. Nach kurzer Nacht untermauerte der Trainer gestern seine Haltung: "Ich weiß aus Erfahrung, dass es ganz wichtig ist, diese Dinge in geschlossenen Räumen zu artikulieren und nicht so nach draußen, weil das ist Populismus, und den können wir nicht gebrauchen." Heynckes mühte sich mit Blick auf den neuen Sportvorstand Sammer aber zu beschwichtigen. "Ich denke, dass wir beide sehr gut zusammenarbeiten." Besänftigend hatte am Vorabend Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beim Bankett gesprochen: "Wir haben neun Spiele in Folge gewonnen, sehr überzeugend gespielt. Und ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns durch diese eine Niederlage jetzt nicht aus der Bahn werfen lassen."

Nicht nur die Münchner Siegesserie war nach neun Erfolgen dahin, auch das vom Klub viel gerühmte Verhältnis zwischen Trainer und Sportdirektor hatte erste Kratzer bekommen. "Mit der Form, der Art und Weise war ich nicht einverstanden. Das habe ich ihm auch gesagt", hatte Heynckes die von den Bossen gelobten Worte Sammers ("ein lätscherner Auftritt") nach dem Sieg in Bremen beim "Sky"-Fernsehinterview moniert. "Ich finde, dass die Kritik überzogen war. Ich finde auch, wir sollen das intern machen, nicht extern." Dabei hatte Sammer zuvor noch erklärt, dass der Auftritt mit Heynckes abgesprochen gewesen war. Davon war den Aussagen des 67-Jährigen nichts zu entnehmen. Sammer war bemüht, den "Vorgang" als "lange abgeschlossen" und "völlig harmlos" darzustellen. Er, Rummenigge und Heynckes haben sich noch gestern nach der Rückkehr aus Weißrussland in der Vereinszentrale zusammengesetzt. Die Dissonanzen seien ausgeräumt, heißt es.

Die Spieler hatten sich mit Aussagen zurückgehalten und mit Blick auf die nächste Aufgabe am Samstag gegen Hoffenheim nach einer halben Stunde ihre Bankettteilnahme beendet. Nur auf Rang drei ihrer von Borissow angeführten Gruppe rangieren die Münchner, dagegen feierten Alex Hleb und seine Mitspieler tanzend den ersten Heimsieg in der Gruppenphase der Champions League. Alexandr Pawlow (23. Minute), Witali Rodionow (78.) und Renan Bressan (90.+4) trafen. Franck Ribéry (90.+1) schoss das Tor für die Bayern, die 62 Prozent Ballbesitz hatten.

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