Ein rotes Tuch für Sir Alex Ferguson

Spricht nur rudimentär deutsch: Schiedsrichter Nicola Rizzoli. Foto: dpa
Spricht nur rudimentär deutsch: Schiedsrichter Nicola Rizzoli. Foto: dpa
SID 25.05.2013

Der große Sir Alex Ferguson regte sich einst fürchterlich über ihn auf, für Borussia Dortmund ist er der große Unbekannte und für Bayern München ist sein Einsatz kein gutes Omen: Nicola Rizzoli, 41 Jahre alter Architekt aus dem norditalienischen Städtchen Mirandola, leitet heute das Endspiel zwischen dem BVB und den Bayern.

Obwohl weder Ferguson noch die Bayern besonders viel Glück mit ihm hatten, ist Rizzoli eine logische Wahl. "Er ist lange dabei, hat gute Noten bekommen und noch kein Finale geleitet", sagt der frühere Weltklasse-Schiedsrichter und aktuelle ZDF-Experte Urs Meier. Laut einer "goldenen Regel" der Uefa sollen bevorzugt Spitzen-Referees zum Zuge kommen, die noch nie ein Endspiel in der Königsklasse gepfiffen haben.

Rizzoli pfeift seit elf Jahren in der italienischen Serie A, seit 2007 steht er auf der Liste des Weltverbandes Fifa, der ihn auch in die vorläufige Auswahl für die WM 2014 in Brasilien berief. Zuletzt war er zweimal Italiens Schiedsrichter des Jahres.

Die Begegnungen mit den Bayern liegen länger zurück. Auf dem Weg ins Finale 2010 mussten die Münchner im Viertelfinal-Rückspiel unter seiner Leitung bei Manchester United ran, unterlagen 2:3, kamen aber weiter. Ferguson schimpfte danach, Rizzoli sei auf die Provokationen der Bayern reingefallen und habe deshalb United-Profi Rafael die Gelb-Rote Karte gezeigt.

Mit Rizzoli an der Pfeife verloren die Bayern 2011/12 auch das Achtelfinal-Hinspiel beim FC Basel (0:1), doch wegen des 7:0-Sieges im Rückspiel war auch dies zu verschmerzen. Die Dortmunder Spieler kennen Rizzoli nur von Länderspielen. Drei Begegnungen der DFB-Elf, die dabei immer gewann, pfiff er. Beim "deutschen Finale" könnte er nur Bahnhof verstehen. Als einziger Akteur auf dem Rasen hat er nur rudimentäre Deutschkenntnisse.