Gelsenkirchen Draxler wird zum tragischen Helden

DPA 04.10.2012

Erst gezaubert, dann schwer verletzt: Jungstar Julian Draxler war beim unnötigen 2:2 (1:1) des FC Schalke 04 gegen Montpellier HSC der tragische Held. Der 19-Jährige erzielte im zweiten Gruppenspiel seinen ersten Treffer in der Fußball-Königsklasse (26. Minute) und holte mit einem atemberaubenden Solo den Elfmeter heraus, den Klaas Jan Huntelaar (53.) zum 2:1 für Schalke verwandelte. Doch der Champions-League-Abend endete bitter.

Draxler verletzte sich bei der Aktion schwer und musste mit einem Bruch des linken Unterarms sofort ins Krankenhaus. Sein Gegenspieler Garry Bocaly sah für das Foul die Rote Karte. Die Franzosen waren durch ein Tor von Karim Ait Fana (13.) in Führung gegangen und nutzten die Schalker Sorglosigkeit zum Ausgleich vor 50 000 Zuschauern durch Souleymane Camara in der Schlussminute.

Schalke verpasste den vierten Heimerfolg im vierten Spiel gegen eine französische Mannschaft und reist mit vier statt der Maximal-Ausbeute von sechs Punkten zum Spitzenspiel der Gruppe B am 24. Oktober beim FC Arsenal nach London. Die Fans schienen durch den couragierten Auftritt nach dem unnötigen 2:2 in Düsseldorf wieder versöhnt, doch dann gab es das bittere Ergebnis-Déjà-Vu.

Der zuletzt unzufriedene Draxler war es, der erst mal die Signale zum Aufbruch gab. Ein Schuss (15.) wurde von HSC-Torwart Geoffrey Jourdren pariert. Nach Pass von Teemu Pukki - der etwas überraschend in der Startelf stand - verzog er aus spitzem Winkel knapp (19.). Kurz darauf klappte es besser: Nach Traumpass von Huntelaar umkurvte er Jourdren und schob lässig zu seinem Königsklassen-Premierentor ein. Bei einem Zaubersolo ließ Draxler in der zweiten Halbzeit vier Franzosen spielerisch leicht stehen. Dann stoppte ihn Bocaly per Notbremse. Bitter: Draxler fiel auf den linken Unterarm und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt werden.