Ralf Rangnick ist in vielen fußballerischen Bereichen sehr gut. So gilt der Trainer des Zweitliga-Spitzenreiters RB Leipzig als prima Motivator und Taktik-Fuchs. Nur eines kann er partout nicht: verlieren. Kein Wunder, dass er nach der 1:2-Niederlage im wilden Schneetreiben beim bis auf drei Punkte aufgerückten Verfolger SC Freiburg angefressen war. "Das Spiel ist mit normalen Maßstäben schwer zu bewerten. Das hatte was von einer Schneeballschlacht. Wer weiß, wenn es nicht geschneit hätte. . . Der Schnee ist ein großer Gleichmacher."

Was Rangnick nicht direkt sagte, aber damit ausdrücken wollte? Dass seine Leipziger eigentlich das bessere Team sind, aber ihre Vorteile auf dem schwer bespielbaren Geläuf nicht ausspielen konnten.

Sein Freiburger Kollege Christian Streich bedachte Rangnick mit einem genervt wirkenden Seitenblick, enthielt sich aber eines Kommentars. Tatsächlich mussten sich beide Teams, die eigentlich den gepflegten Kurzpass bevorzugen, auf lange Bälle und Kampf umstellen. Den Freiburgern gelang dies etwas besser. "Ich war nur gut 20 Minuten auf dem Platz und hatte schwere Beine. Hut ab vor den Kollegen, die sich 90 Minuten abgerackert haben", sagte der eingewechselte Nils Petersen, der die Vorlage zu Florian Niederlechners Treffer zum 2:1-Sieg gegeben hatte. "Nils ist reingekommen und hat alles gegeben - so wie die gesamte Mannschaft. Wir haben nicht unverdient gewonnen. Doch am Ende waren es nur Nuancen, die den Ausschlag gegeben haben", räumte Streich ein.

Mit den wiedererstarkten Münchner Löwen und beim 1. FC Nürnberg stehen Leipzig nun zwei weitere schwere Aufgaben bevor. An einen Knacks nach dem 1:2 in Freiburg glaubt Rangnick nicht. "Wir haben auch bei St. Pauli auf widrigem Platz verloren und danach dreimal gewonnen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in der nächsten Saison. Das hieße, dass wir wohl beide aufsteigen", war Rangnick am Ende um Versöhnung bemüht. Kollege Streich lächelte erneut gequält. Denn ihm kommt das Wort Aufstieg momentan entschieden zu früh.