Hannover Der erste Schritt in Richtung Europa

Mirko Slomka hat die Europa-League im Visier.
Mirko Slomka hat die Europa-League im Visier.
Hannover / DPA 02.08.2012
Als erster Bundesligist startet Hannover 96 heute in die neue Saison: Qualifikationshinspiel zur Europa-League bei St. Patricks Athletic.

Für Clubchef Martin Kind ist ein Ausscheiden in der Qualifikation "inakzeptabel", für Mittelfeldstratege Sergio Pinto das erneute Erreichen der Europa-League-Gruppenphase gar nur "das Minimalziel". Fußball-Bundesligist Hannover 96 lechzt vor dem Qualifikationshinspiel für eine erneute Europa-League-Teilnahme heute bei den irischen Halbprofis von St. Patricks Athletic (20.45 Uhr/Kabel eins) nach neuen europäischen Heldentaten.

Angesichts der bislang durchwachsenen Vorbereitung mit zwei herben Pleiten gegen den Zweitligisten Hertha BSC (0:4) und den Drittligisten Preußen Münster (0:2) warnte 96-Boss Kind die Profis vor dem Abflug noch einmal vor zu viel Leichtsinn. "Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft hochkonzentriert und leistungsbereit diese Herausforderung annimmt", sagte Kind. Es klang wie eine Drohung.

Im Vorjahr hat der Club gemerkt, wie lukrativ eine konzentrierte Spielzeit in der Europa League sein kann. Insgesamt 20 Millionen Euro nahm 96 auf dem wundersamen Weg bis ins Viertelfinale ein und erlöste damit einen Gewinn von rund fünf Millionen Euro.

"Das zu wiederholen wäre wirtschaftlich, aber auch sportlich enorm wichtig", bekräftigte Kind, der 96 nach zwei erfolgreichen Jahren mit den Plätzen vier (2010/2011) und sieben (2011/2012) in der Bundesliga und dem Europa-League-Viertelfinale am Beginn einer neuen Ära sieht.

"Ich denke schon, dass das mehr als eine Momentaufnahme ist. Ich sehe das als Beginn einer Leistungsentwicklung. Unser Ziel ist es ganz klar, uns nachhaltig im oberen Drittel der Bundesliga zu etablieren. Wenn wir das schaffen, werden wir auch häufig international spielen."

Kalkuliert haben die Niedersachsen erneut nicht mit Europa-League-Millionen. Ein Aus gegen den klaren Außenseiter aus Dublin hätte somit "nur" einen Imageschaden zur Folge. "Sportlich wäre das natürlich inakzeptabel", gab Kind den Spielern daher mit auf den Weg auf die grüne Insel. Für die ist ein Scheitern ohnehin undenkbar. "Die Gruppenphase ist das Minimalziel", verkündete Pinto.

Wie schon im vergangenen Jahr, als Hannover als Außenseiter den spanischen Spitzenclub FC Sevilla ausschaltete, müsste auch diesmal wieder die Qualifikation in zwei Playoffspielen (23. und 30. August) perfekt gemacht werden - ein Weiterkommen gegen St. Patricks vorausgesetzt.

Slomka muss noch auf die Neuzugänge Felipe (Muskelfaserriss) und Adrian Nikci (Trainingsrückstand), sowie Stürmer Mame Diouf (Reha) verzichten.