Fußball Der 1. FC Heidenheim und der SV Sandhausen starten in die 2. Liga

Torgefährlicher Antreiber: Marc Schnatterer, hier im Testpiel gegen Hellas Verona (2:4 nach Elfmeterschießen), ist die Schaltzentrale in der Mannschaft des 1. FC Heidenheim.
Torgefährlicher Antreiber: Marc Schnatterer, hier im Testpiel gegen Hellas Verona (2:4 nach Elfmeterschießen), ist die Schaltzentrale in der Mannschaft des 1. FC Heidenheim. © Foto: Foto: Langer/Eibner-Pressefoto
Heidenheim / Detlef Groninger 02.08.2018

Der Auftakt der 2. Fußball-Bundesliga morgen um 20.30 Uhr mit dem Nordderby Hamburger SV gegen Holstein Kiel hat es in sich. Das Volksparkstadion wird bei der Zweitliga-Premiere in der Klubgeschichte des Bundesliga-Dinos gegen die „Störche“ ausverkauft sein. Den Kielern gelang mit dem Kauf des  südkoreanischen WM-Stars Jae-Sung Lee einer der Transfercoups des Sommers. Trotzdem scheinen die zwei direkten Aufstiegsplätze nach Meinung der Experten bereits an die beiden großen Nummern der Liga vergeben zu sein. Die Bundesliga-Absteiger Hamburger SV und 1. FC Köln sind die klaren Favoriten. Allein die Kölner haben zwölf Millionen Euro für Neuzugänge in ihrem Kader investiert und damit den größten Aufwand betrieben. ,„Die gehören auch vom Umfeld in die erste Liga“, bekennt Trainer Frank Schmidt vom 1. FC Heidenheim. „Es wird überall Volksfeststimmung sein, egal wo diese beiden Mannschaften auch hinkommen.“

Die baden-württembergischen Vertreter SV Sandhausen (siebte Saison) und Heidenheim (fünfte Spielzeit), am Sonntag (15.30 Uhr) Gastgeber für Arminia Bielefeld, haben sich im Unterhaus der Eliteklasse etabliert. Es macht sich auch in finanzieller Hinsicht bemerkbar. Der Etat der Heidenheimer, deren Kauf des Geländes mit der Voith-Arena für zwei Millionen Euro von der Stadt möglichst noch in diesem Jahr notariell beurkundet werden soll, ist auch dank der höheren Fernsehgelder von 10,7 Millionen inzwischen auf 24 Millionen Euro angewachsen. Damit rangieren die Kicker von der Ostalb im Mittelfeld der Liga. „Mit den Schwergewichten können wir uns in dieser Hinsicht nicht messen“, sagt Holger Sanwald, Chef des FCH-Vorstands.

Nicht von ungefähr erfolgte bei der Personalplanung eine Rückbesinnung auf bewährte Strickmuster. „Wir haben beste Erfahrungen mit jungen und ehrgeizigen Spielern gemacht. Wir wollen weiter an unserem guten Ruf feilen und Toptalente aus Süddeutschland weiterzuentwickeln“, fügt Sanwald hinzu: „Wir stehen für diesen Weg und das kommt auch bei den Fans an.“ Bereits knapp 7000 verkaufte Dauerkarten sprechen für sich.

Zumal sich Trainer Frank Schmidt, dessen Vertrag Sanwald lieber heute als morgen über 2020 hinaus verlängern würde, mit dieser personellen Marschroute ohne Wenn und Aber identifiziert. „Es macht unheimlich Spaß, jedes Jahr mit frischem Blut im Kader zu arbeiten und die jungen Akteure zu gestandenen Spielern zu entwickeln“, sagt der Coach. Drei Talente sind aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum in den Profikader aufgerückt. „Leistung muss belohnt werden“, ergänzt Schmidt. „Die Jungs machen es richtig gut. Wir wollen sie behutsam aufbauen.“

Zurück zu den Urtugenden

Das Hauptaugenmerk in der Vorbereitung war die Rückbesinnung auf die alten Heidenheimer Tugenden. „Sehr gutes Defensivverhalten war eine unserer Kernkompetenzen“, sagt Schmidt. „56 Gegentore in der Vorsaison waren zu viel. Wir müssen wieder über unsere außergewöhnliche Mentalität kommen. Die zweite Liga ist für Heidenheim keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen immer ans Limit gehen.“

Auf der Ostalb wird wie auch in Sandhausen, zum Auftakt am Samstag (15.30 Uhr) bei  Greuther Fürth gefordert, schnellstmöglich die für den Klassenerhalt relevante Grenze von 40 Punkten angepeilt. „Wir haben eine authentische und familiäre Gemeinschaft“, erklärt SVS-Trainer Kenan Kocak. „Hier ziehen alle an einem Strang.“ Für ein Schmunzeln sorgte die Marketingabteilung der Nordbadener. Sie ließ am Hamburger Hauptbahnhof acht große Plakate anbringen, die den Anfahrtsweg zum BWT-Stadion am Hardtwald zeigen. Der HSV kommt am 12. August zum Gastspiel nach Sandhausen.

Spielerwechsel der baden-württembergischen Zweitligisten

1. FC Heidenheim
Zugänge:
Robert Andrich (SV Wehen Wiesbaden), ­Niklas Dorsch (FC Bayern München II), Patrick Mainka (Borussia Dortmund II), ­Patrick Schmidt (1. FC Saarbrücken), Tobias Reithmeir, Kevin Sessa, Gökalp Kilic (alle eigene A-Junioren).
Abgänge: John Verhoek (Duisburg), Kevin Kraus (Kaiserslautern), Ibrahim Hajtic, Dave Gnaase (beide Würzburger Kick.), Dominik Widemann (Unterhaching), Ronny Philp (Schweinfurt 05), Marcel Titsch Rivero (Ziel unbekannt).

SV Sandhausen
Zugänge: Karim Guédé (SC Freiburg), Fabian Schleusener (SC Freiburg, ausgeliehen), Niklas Lomb (Bayer Leverkusen, ausgeliehen), Felix Müller, Emanuel Taffertshofer (beide Würzburger Kickers), Kevin Behrens (Saarbrücken), Aleksandr Zhirov (Krasnoyarsk/Russland), Florian Hansch (Chemnitz), Erik Zenga (Hallescher FC, Leih-Ende), Mohamed Gouaida (Hamburger SV II), Alexander Rossipal (Hoffenheim II), Jesper Verlaat (Bremen II).
Abgänge: Richard Sukuta-Pasu (MSV Duisburg), Julian Derstroff (Jahn Regensburg), Robert Herrmann (Erzgebirge Aue), Manuel Stiefler, Damian Roßbach (beide Karlsruher SC), Mirco Born (SV Meppen, ausgeliehen), José Pierre Vunguidica (Saarbrücken), Ali Ibrahimaj (KFC Uerdingen), Erol Zejnullahu (Union Berlin, Leih-Ende), Haji Wright (Schalke 04, Leih-­Ende), Goran Karacic (Adana/Türkei, Leih-Ende), Sahin Aygünes, Valentino Jovic  (beide Ziel unbekannt).

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