München Chaos bei den "Löwen" wird immer größer

Trainer Torsten Fröhling hat seinen Vertrag bei den orientierungslosen "Löwen" verlängert.
Trainer Torsten Fröhling hat seinen Vertrag bei den orientierungslosen "Löwen" verlängert. © Foto: dpa
München / DPA 22.06.2015
Im Chaos-Ranking hängen die Münchner "Löwen" sogar den HSV ab. Präsidium weg, Investor konzeptlos, Fans entsetzt - und Magier Magath außen vor.

Grabenkämpfe haben den krisengeplagten TSV 1860 München in ein selbst für den TraditionsKlub beispielloses Chaos gestürzt. Nach einer einmaligen Rücktritts-Lawine versuchte der Fußball-Zweitligist kurz vor dem heutigen Trainingsstart seiner Profis, mit der Verlängerung des Vertrages von Trainer Torsten Fröhling Handlungsfähigkeit im operativen Geschäft vorzugaukeln. Zu den Sofortmaßnahmen nach dem großen Knall mit dem geschlossenen Rückzug des Präsidiums zählte außerdem die weitere Verpflichtung von Nichtabstiegsheld Kai Bülow.

Man sei "absolut handlungsfähig", betonte die Geschäftsführung der TSV München. "Wir arbeiten weiter intensiv an unserer Mannschaft für die neue Saison", verkündete der vorerst gestärkte Sportchef Gerhard Poschner, der eine zentrale Rolle im Machtgeschacher und den Ränkespielen zwischen der nicht mehr existenten Vereinsführung um Präsident Gerhard Mayrhofer sowie dem jordanischen Investor Hasan Ismaik gespielt hatte.

Innerhalb kürzester Zeit sind die Turbulenzen bei den Sechzigern außer Kontrolle geraten. Zunächst sagte das Präsidium am Freitag zum Unmut von Ismaik ("Inakzeptabel") die Mitgliederversammlung ab. Dann erklärte Mayrhofer die intensiven Verhandlungen mit Geldgeber und Mehrheitsgesellschafter Ismaik für gescheitert. Es folgte der kollektive Rücktritt des Präsidiums. Es sei nicht gelungen, "zu einer überzeugenden Lösung im Sinne des Vereins zu kommen", sagte Mayrhofer, der schon dritte gescheiterte Präsident seit dem millionenschweren Einstieg von Ismaik vor vier Jahren.

Dann ist da noch Meistertrainer Felix Magath, der als neuer starker Mann bei den "Löwen" einsteigen soll. Doch der kommt nur, wenn Ismaik geht. Weil dieser ihn nicht möchte. Gestützt wird Magath durch das gerade zurückgetretene Präsidium.