Donezk Champions League: Borussia Dortmund erwartet in Donezk ein Revierduell

Donezk / SID/DPA 13.02.2013
Schwere Aufgabe für Borussia Dortmund heute in der Champions League. Der ukrainische Revierklub Schachtjor Donezk hat viel Kohle, großen Ehrgeiz und acht brasilianische Samba-Fußballer im Kader.

Zwei Tage herrschte Trübsal. Doch mit dem Aufbruch in das Abenteuer Donezk kehrte der Glaube an weitere Sternstunden in der Champions League zurück. Spätestens beim gemeinsamen Frühstück der Dortmunder Mannschaft vor dem Start der Chartermaschine zum Achtelfinal-Hinspiel heute (20.45 Uhr/ZDF) schwand der Frust über das 1:4 gegen Hamburg. Die Aussicht auf den ersten Einzug in den erlauchten Kreis der besten acht europäischen Teams seit 15 Jahren setzte bei der Borussia neue Kräfte frei. "Bisher haben wir in Europa tolle Leistungen gezeigt. Das lassen wir uns nicht nehmen", sagte Kapitän Sebastian Kehl ungeachtet aller Personalprobleme.

Zumindest die Sorge um Eiseskälte beim rund 2200 Kilometer entfernten östlichsten Teilnehmer des Wettbewerbs erwies sich als unbegründet. Bei der Landung in Donezk am Dienstag lagen die Temperaturen über Null. Diese unerwartet angenehmen Bedingungen nahmen den Borussen aber nicht den Respekt vor der sportlichen Aufgabe.

Personell kann Dortmund vor dem Gastspiel in der schmucken Donbass Arena (51 000 Zuschauer), im vergangenen Sommer Spielstätte der Europameisterschaft, aufatmen. Nationalspieler Marcel Schmelzer ist einsatzbereit. "Schmelle kann spielen", sagte Trainer Jürgen Klopp. Schmelzer hatte das Training am Montag wegen einer Fußverletzung abbrechen müssen. Der von einer Muskelverletzung genesene Neven Subotic steht vor seinem ersten Einsatz in der Rückrunde, auch Topstürmer Robert Lewandowski, der nach seiner Roten Karte gegen den HSV in der Bundesliga für drei Spiele gesperrt wurde, ist international spielberechtigt. Kevin Großkreutz fehlt jedoch wegen des Verdachts auf eine Lungenentzündung ebenso wie Ilkay Gündogan, dessen geschwollener Zeh trotz aller Bemühungen der Mediziner einen Einsatz verhindert. Kein gutes Omen für den BVB, denn immer, wenn der Mittelfeldstratege in dieser Saison nicht in der Startelf stand, konnte der BVB nicht gewinnen - und das war schon sechsmal der Fall.

Es ist ein Duell zweier Reviermannschaften. Donezk liegt mitten im ukrainischen Bergbaugebiet. Und "Kohle" ist genügend vorhanden. Deshalb ist für Milliardär Rinat Achmetow das beste Fußball-Personal gerade gut genug. "Madrid, Mailand, Barcelona", das sind laut Trainer Mircea Lucescu die Klubs, mit denen sich Schachtjor ("die Bergarbeiter") in Zukunft messen will. Gleich acht Spieler aus dem Land des Rekordweltmeisters Brasilien stehen im Kader, allesamt exzellente Techniker mit viel Gefühl im Fuß. Ein Vorteil für Dortmund könnte sein, dass in der ukrainischen Liga die Winterpause noch andauert und der Gastgeber noch nicht eingespielt ist.