Der deutsche Fußball arbeitet fieberhaft an der Rückkehr der Fans, die Deutsche Fußball Liga hat den Klubs dafür nun einen Leitfaden an die Hand gegeben. Doch wie könnte der Stadionbesuch in Coronazeiten jetzt tatsächlich aussehen?

Wieder volle Stadien? Auslastung nur bei 50 Prozent

Dass während der Pandemie direkt wieder vor vollen Rängen gespielt wird, ist utopisch. Daher müssten sich Stadionbesucher auf viel Platz zum Nebenmann einrichten - schließlich soll auch in den Stadien der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. So kämen etwa bei 50-prozentiger Tribünenauslastung auf zwei Sitzplätze zwei leere Sitzschalen. In der darunter- und darüberliegenden Reihe befänden sich freie und belegte Plätze versetzt dazu. Ob es Stehplätze geben kann, ist noch offen.

An- und Abreise per Bus, Auto oder zu Fuß

Wer normalerweise gerne mit Bus und Bahn zum Stadion fährt, muss sich nach Alternativen umschauen. Um zu dichte Menschenansammlungen zu vermeiden und die Infektionsgefahr zu minimieren, empfiehlt die DFL die Anreise zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem eigenen Auto. Sollten zu viele Fans jedoch mit dem eigenen Auto zum Stadion kommen, könnte es zu Engpässen bei Parkplätzen kommen.

Ticketing unter fairen Kondition und ein eigenverantwortlich Stadionbesuch

Mehr Abstand auf den Tribünen bedeutet weniger Tickets - es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird. Daher müssen sich die Klubs faire Regelungen zur Vergabe der Eintrittskarten überlegen. Tageskassen soll es zur Vermeidung von Schlangenbildungen nicht geben, vielmehr soll der Ticketverkauf online abgewickelt werden, da so auch die Käuferdaten leichter zu erfassen sind (besonders zur Nachverfolgung von Infektionsketten). Zudem empfiehlt die DFL, dass sich die Vereine beim Ticketkauf direkt die Anerkennung des geltenden Schutz- und Hygienekonzepts sowie des Grundsatzes des eigenverantwortlichen Stadionbesuchs bestätigen lassen.

Längere Wartezeiten bei Ein- und Auslass einkalkulieren

Neben der An- und Abreise ist dies ein weiterer begrenzender Faktor. Je nach örtlichen Begebenheiten muss zur Wahrung des Abstandsgebotes die Anzahl der Drehkreuze reduziert werden - die Dauer des Einlasses würde sich entsprechend verlängern. Daher empfiehlt die DFL, verschiedene Zeitfenster für den Zutritt zum Stadion festzulegen. Um Besuchern mit frühen Zeitslots die Wartezeit im Stadion angenehmer zu gestalten, sind die Klubs angehalten, über Rahmenprogramme nachzudenken. Gleiches gilt für die Auslass- Situation nach Abpfiff.

Einlasskontrolle für das Tragen eines Mund-Nasenschutzes

Sollte das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend sein, soll dies beim Zutritt überprüft werden. Den Klubs wird darüber hinaus empfohlen, schon vor der ersten Zugangskontrolle den Verkauf oder die kostenlose Bereitstellung von Masken anzubieten. Die Mitnahme von Mitteln zur Händedesinfektion soll den Zuschauern gestattet werden.

Entlastung und Entzerrung bei sanitären Anlagen:

Hier soll es zu „Einbahnsystemen“ kommen, also getrenntem Ein- und Auslass. Um Überfüllung besonders zu Stoßzeiten (Halbzeit und nach Schlusspfiff) zu vermeiden, soll die Personenzahl am „Örtchen“ begrenzt werden. Mobile Toilettenanlagen rund um das Stadion könnten dabei für Entlastung und Entzerrung sorgen. Auf Herren-Toiletten sollen einzelne Urinale zur besseren Abstandshaltung gesperrt werden.

Essen und trinken nur am Sitz- oder Stehplatz gestattet

Auch hier müssen lange Schlangen und Menschenansammlungen vermieden werden. Dazu sollen Getränke und Speisen nur am jeweiligen Sitz- oder Stehplatz verzehrt werden dürfen. Der Ausschank alkoholischer Getränke ist nur mit ausdrücklicher Einwilligung der örtlich zuständigen Behörden möglich. Ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte jedoch bereits am Mittwoch betont, dass das Verbot von Alkohol wichtiger Baustein eines Konzeptes sei.