Köln Bremen und Frankfurt fallen im Abstiegskampf zurück

Krisengespräch: Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin (l.) auf dem Trainingsplatz mit Viktor Skripnik.
Krisengespräch: Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin (l.) auf dem Trainingsplatz mit Viktor Skripnik. © Foto: Nordphoto
Köln / SID 11.04.2016
Drei Auswärtssiege geben dem Abstiegskampf der Bundesliga neue Brisanz. Augsburg, Hoffenheim und Darmstadt konnten sich etwas Luft verschafften, für Werder und die Eintracht wird es immer enger.

Viktor Skripnik konnte am Sonntag erstmal aufatmen. Der Ukrainer bleibt Trainer des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Werder Bremen, auch wenn die Hanseaten mit ihren 28 Punkten durch das 1:2 im Kellerduell gegen den FC Augsburg auf Relegationsplatz 16 noch tiefer in den Abstiegsschlamassel gerutscht sind. "Wir wollen das Ding zusammen meistern", sagte Werders Sportdirektor Thomas Eichin und gab Skripnik zunächst eine Jobgarantie: "Wir sind in einer ganz prekären Situation, aber wir sind noch nicht abgestiegen. Wir müssen die Ruhe bewahren." Die Analyse habe ergeben, dass es keinen "Keil zwischen Mannschaft und Trainer" gibt, so Eichin.

Noch prekärer ist die Lage für Eintracht Frankfurt nach der 0:2-Pleite zu Hause gegen 1899 Hoffenheim. Die Hessen sind mit 27 Zählern Tabellenvorletzter. "Es ist eine schwere Stunde", sagte der sichtlich angeschlagene Vorsitzende des Vorstands, Heribert Bruchhagen: "Wir wissen, wie schwer es wird und können alle die Tabelle lesen." Die Hessen sind zu "Eintracht-Torlos" mutiert. "Ja, und das nervt verdammt. Das Runde muss ins Eckige wie man so schön sagt", betonte der bislang erfolglose neue Trainer Niko Kovac. Ich habe der Mannschaft gesagt, eine höhere Anzahl der Chancen erhöht natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Ball ins Tor geht." Allerdings ohne Erfolg.

Aufatmen können hingegen die Auswärtssieger aus Augsburg und Hoffenheim. Gnadenlos effektiv waren die bayerischen Schwaben. "Das haben wir im Training geübt", so flachste FCA-Trainer Markus Weinzierl nach dem Coup an der Weser. Sein Hoffenheimer Kollege Julian Nagelsmann (28), der jüngste Trainer in der Historie der Liga, war zwar nur bedingt mit der Leistung seiner Elf in Frankfurt zufrieden. Dafür bewies er mit der Einwechselung von Nadiem Amiri und Mark Uth ein glückliches Händchen. Die Joker erzielten die entscheidenden Tore im Riederwald. "Wir haben ein paar Konterchancen bekommen, von denen wir Gott sei dank zwei nutzen konnten", so Nagelsmann.

Der dritte Auswärtssieger vom Samstag, Aufsteiger Darmstadt 98, umschiffte die Auswärtsklippe beim Hamburger SV durch das 2:1 ebenfalls sicher. "Ich bin absolut stolz auf die Mannschaft", sagte 98-Coach Dirk Schuster. Fünf Spieltage vor Schluss trennen Darmstadt nun vier Punkte vom Relegationsplatz. Die Lebensversicherung der Lilien ist dabei fraglos Kapitän und Innenverteidiger Aytac Sulu, dem beim HSV schon das siebte Saisontor gelang natürlich per Kopf. Sechs seiner sieben Treffer erzielte der Deutsch-Türke mit dem Haupt. "Standards gehören ein Stück weit zu unserem Erfolgsrezept", äußerte der 30-Jährige.

Schlusslicht Hannover 96 ist trotz des überraschenden 2:2 in Berlin kaum mehr zu retten.

Labbadia beklagt fehlende Konstanz

Alarmsignal Bruno Labbadia hat einen Tag nach der 1:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger Darmstadt 98 die mangelnde Konstanz beim Hamburger SV beklagt. "Das Auf und Ab geht schon die ganze Zeit. Die Konstanz ist das, woran wir am meisten arbeiten müssen", sagte der Trainer. Die Hamburger haben mit 34 Punkten den Klassenverbleib noch nicht gesichert. "Wir sind uns unserer Situation sehr bewusst. Wir müssen sehr wachsam sein", sagte Labbadia. Vor dem Training und während der Einheiten führte der Coach mehrere Gespräche mit den Profis. "Wir haben viele Sachen angesprochen, die gestern nicht gut gelaufen sind", sagte Labbadia. Am Sonntag muss der HSV bei Borussia Dortmund antreten. Die Westfalen sind in dieser Saison zu Hause noch ungeschlagen.