Union-Präsident Dirk Zingler hat das abgekühlte Verhältnis des Clubs zu Hertha BSC nach dem Mauerfall mit einer Brieffreundschaft verglichen.

„Man war nicht Freund von anderen Ost-Berliner Clubs, man war Freund von Hertha. Was störte, war die Mauer. Als die weg war, bröckelte die Liebe zur unbekannten Geliebten“, erinnerte der Vereinschef der Köpenicker vor dem ersten Duell in der Fußball-Bundesliga am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in der „Welt“ (Freitag). „Man hat sich erstmals gesehen und gemerkt, dass es dann doch nicht die große Liebe war.“

Kurz nach dem Mauerfall trafen Hertha BSC und der 1. FC Union am 27. Januar 1990 vor 51 270 Zuschauern im Berliner Olympiastadion zu einem Freundschaftsspiel aufeinander, auch danach gab es mehrere sportliche Aufeinandertreffen. Die ursprüngliche Zuneigung der Fans kühlte sich jedoch im Laufe der Zeit merklich ab.

Vor der Saison hatte Zingler in der öffentlichen Debatte, ob das Berliner Derby am 30. Jahrestag des Mauerfalls stattfinden solle, dies deutlich abgelehnt und gesagt, dass das Duell für „Fußball-Klassenkampf in der Stadt“ stehe. „Ich mag diese politische Überhöhung von Fußball nicht. Wir haben den Mauerfall den Menschen zu verdanken, die in der DDR so mutig waren, sich gegen das Regime aufzulehnen“, sagte der Unternehmer. Der Fußball habe damit nichts zu tun.

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