Angeführt vom Dreifach-Torschützen James Rodríguez hat der FC Bayern München bei der Rückkehr an die Bundesligaspitze die Dortmunder Siegvorlage mit dem nächsten Schützenfest gekontert.

Vier Tage nach dem frustrierenden Champions-League-K.o. gegen den FC Liverpool fertigten die Münchner einen wehrlosen FSV Mainz mit 6:0 (3:0) ab. Im Fernduell mit dem nach 26 Spieltagen weiterhin punktgleichen BVB erhöhte der deutsche Serienmeister seinen Vorsprung vor der zweiwöchigen Länderspielpause auf sieben Treffer.

„Wir haben gezeigt, dass wir die Enttäuschung weggesteckt haben“, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac bei Sky. „Man hat heute schon sehr viel Esprit gesehen, sehr viel Spielwitz.“ Thomas Müller sagte: „Wir wollten auf jeden Fall heute hier ein gutes Spiel machen und haben uns auch aufgrund des Mittwochs viel vorgenommen.“ Müller ergännzte: „Heute haben wir von Anfang an drückend überlegen dominiert.“

Robert Lewandowski (3. Minute), der herausragende James Rodríguez (33./51./55.), Kingsley Coman (39.) und Alphonso Davies (70.) trafen vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena. Für James war es der erste Dreierpack in der Fußball-Bundesliga. Wie beim 5:1 in Gladbach und beim 6:0 gegen Wolfsburg hatten die Bayern erneut leichtes Spiel - das Leistungsgefälle zwischen Bundesliga und Champions-League-Spitze à la Liverpool war wieder eklatant. „Die letzten drei Bundesligaspiele waren eine Duftmarke“, sagte Müller. „Wichtig war auch in den letzten drei Spielen, dass wir was fürs Torverhältnis getan haben.“

Schon in den ersten fünf Minuten erspielte sich die von Kovac auf fünf Positionen umformierte Bayern-Elf mehr Torchancen als insgesamt beim 1:3 gegen Jürgen Klopps taktisch und auch körperlich sehr gut verteidigenden Liverpooler. Eine davon führte zum 1:0: David Alaba durfte ohne Mainzer Gegenwehr flanken, Lewandowski lenkte den Ball bei Saisontor Nummer 18 ungestört von Gegenspieler Alexander Hack ins Tor. „Es waren viele Situationen, in denen wir nur begleitet haben im Zweikampf, ohne zu stechen“, kritisierte der Mainzer Trainer Sandro Schwarz. „Das war viel zu passiv.“

Coman traf später den Pfosten (12.). James prüfte FSV-Torwart Florian Müller (15.). Vor dem zweiten Tor kamen die Mainzer ein wenig ins Spiel, nahmen die Einladung der in dieser Phase nachlässigen Bayern aber nicht an. Levin Öztunali schoss aus der Distanz vorbei (25.).

Umgekehrt sah das anders aus. Wenn die Münchner Stars Spielfreude entwickelten, verkamen die Mainzer Profis zu Statisten. Einen hohen Ball von Joshua Kimmich legte Leon Goretzka gekonnt mit der Brust ab auf James, der mit seinem linken Fuß präzise zum 2:0 abschloss. Coman erhöhte mit feiner Schusstechnik zum 3:0-Pausenstand.

Nach der Pause war im Münchner Regen Schaulaufen des deutschen Meisters angesagt. Der umjubelte James stand sinnbildlich für den Unterschied zwischen der Wirkungslosigkeit gegen Liverpool und einer erfolgreichen Offensivleistung gegen Mainz. Bei seinem zweiten Tor eskortierten den Kolumbianer zwei Gegner in ehrfürchtigem Abstand. Gegen den präzisen Linksschuss ins lange Eck war Müller machtlos.

Die Hoffnung von Schwarz, mit einem 4-5-1-System die Räume vor dem eigenen Tor zu verdichten, griff überhaupt nicht. Ein Ballverlust von Hack ermöglichte James einen dritten Tor-Streich. Lässig überlupfte er den aus seinem Tor herausstürzenden Müller. Es kam noch schlimmer für die Gäste. Nach Müllers Parade gegen Lewandowski traf der eingewechselte Davies beim Nachschuss. Für den 18 Jahre jungen Kanadier, der in München ein Großer werden will, war es beim fünften Teilzweieinsatz in der Bundesliga die Tor-Premiere.

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