Augsburg / Von Klaus Bergmann, dpa  Uhr

Nach dem Happy End beim Sieben-Tore-Spektakel in Augsburg mochte Pal Dardai gar keine weiteren großen Wünsche für sein letztes Spiel als Hertha-Trainer äußern.

„Für den Abschied wünsche ich mir nur noch ein tolles Spiel von uns“, sagte der 43 Jahre alte Ungar nach dem 4:3 (0:1) der Berliner beim FC Augsburg.

Besondere Emotionen fühlt das Hertha-Urgestein vor dem persönlichen Finale im Olympiastadion gegen Bayer Leverkusen noch nicht. „Ich spüre gar nichts, ehrlich“, sagte Dardai in Augsburg. Er freut sich auf die Auszeit danach. „Seit fünf Jahren muss ich arbeiten, arbeiten, leisten, leisten, leisten, Analyse, Verantwortung, das, das, das.“ Das zehrt an einem Menschen, auch wenn er den Job liebt.

Das Torfestival am vorletzten Spieltag war für alle Beteiligten mal ein Bundesliga-Nachmittag ohne den ständigen Ergebnisdruck. Diese komfortable Situation mündete in einem turbulenten Spiel - mit einem Hertha-Profi als Mann des Tages. Salomon Kalou glich erst zum 3:3 aus und kürte die Berliner als eiskalter Elfmeterschütze in der Nachspielzeit zu einem glücklichen, aber nicht unverdienten Sieger.

„Es war wie ein englisches Pokalspiel. Beide Teams wollten gewinnen, beide Teams haben attackiert. Für die Fans war es ein wunderbarer Nachmittag“, sagte Kalou. Der 33-Jährige hatte viel Spaß auf dem Platz. „Ja, der Grandpa hat wieder getroffen“, scherzte er. Der Sieg war ein erstes Abschiedsgeschenk an den Trainer. „Ein Heimsieg wäre nun die beste Art und Weise, um unserem Trainer 'Goodbye' zu sagen“, meinte Kalou.

Dardai würde sich darüber sehr freuen. Die letzten Wochen waren nicht einfach für ihn. „Wir wissen, wie schwierig es ist, eine Mannschaft zu motivieren, wenn man nächstes Jahr nicht mehr Chef ist“, bemerkte der Coach. „Aber der Trainerstab arbeitet hart, auch die Jungs - Respekt!“ In Augsburg passte die Arbeitseinstellung.

Die dreimalige FCA-Führung durch André Hahn und den zweifachen Torschützen Michael Gregoritsch glichen Marvin Plattenhardt, Marko Grujic und Kalou jeweils aus. „Wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt“, lobte Dardai: „Ich wollte vier Punkte aus den letzten zwei Spielen haben. Jetzt haben wir schon drei.“

Die Augsburger ärgerten sich, dass sie sich nicht wenigstens mit einem Zähler belohnen konnten. Nach vorne agierten die Schwaben „immer giftig“, wie Trainer Martin Schmidt lobte. Aber defensiv habe man zu „fahrig“ agiert: „Die Zweikampfquote ist haarsträubend, die hat nicht gepasst. Spätestens bei der Verteidigung der Ecken hat sich das manifestiert. Die Standards waren nicht gut verteidigt.“

Drei Gegentore nach Eckbällen, dazu der Elfmeter - das war zu viel für Schmidt. Der Schweizer rief darum einen Sommer der Arbeit in Augsburg aus, damit die dann neunte Bundesligasaison des FCA ohne Abstiegskampf verläuft. „Wir nehmen viel Arbeit mit in den Sommer, in unsere Überlegungen, in unsere Planungen und in die Vorbereitung“, sagte Schmidt. Beim Kader stehen Umbauarbeiten an. „Wir brauchen frisches Blut im Team. Wir müssen die Verjüngung vorantreiben.“

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