Nach dem 3:3-Torspektakel beim FSV Mainz 05 wollte Ralf Rangnick mit dem Gerede um die minimale Chance auf die deutsche Fußball-Meisterschaft nichts zu tun gehabt haben.

„Ich habe das Thema nicht angesprochen“, sagte der Chefcoach von RB Leipzig nach dem Remis am Freitagabend, mit dem die Sachsen auch die letzte Möglichkeit auf den Titel verspielten.

Vielmehr sei vor dem Spiel von einem Sportjournalisten gefragt worden, ob die Idee gut sei, 100 Euro bei einer Quote von 145.000 Euro auf die Meisterschaft von Leipzig zu setzen. „Ich habe gesagt: Kann man machen, aber ich halte es nicht für wahrscheinlich. Dafür gab es ja die Quote“, berichtete Rangnick, der nicht nur griesgrämig nach dem Abpfiff vom Platz verschwand. Nach der obligatorischen Pressekonferenz eilte der ehrgeizige Coach davon, ohne sich von dem verblüfften Kollegen Sandro Schwarz zu verabschieden.

Dass die Titelchance doch in den Köpfen der Leipziger präsent war, bestätigte der Kapitän. „Wir sind nicht mit dem Ziel rausgegangen, deutscher Meister zu werden“, sagte Willi Orban, „aber im Fußball ist vieles möglich.“ Auch der zweifache Torschütze Lukas Klostermann (20./32. Minute) gab zu: „Die Chance war nicht null Prozent. Dann sollte man immer ein stückweit daran glauben.“

Nach dem verrückten Remis ist das Thema endgültig erledigt und nicht nur die zuvor schon feststehende Qualifikation für die Champions League als Bundesliga-Tabellendritter ein großer Erfolg. Schließlich hat der RB Leipzig am 25. Mai im DFB-Pokalfinale in Berlin noch die Chance gegen Bayern München auf einen großen Coup und Titel - und eine große Pflicht in der Generalprobe am kommenden Samstag.

„Es geht um viel, der FC Bayern kämpft um die Meisterschaft. Wir haben die Verantwortung, unsere Topleistung abrufen“, erklärte Orban angesichts der möglichen Rolle als Meistermacher im spannenden Zweikampf der Münchner mit dem BVB. Dass zwei Wochen vor dem Pokal-Endspiel in dieser Partie noch gepokert wird und nicht alle Taktiken und Qualitäten offenbart werden, hält Leipzigs Emil Forsberg nicht für notwendig. „Wir spielen gegen die größte Mannschaft, die jeder schlagen will“, meinte der schwedische Mittelfeldspieler. „Wir werden nicht viel ändern und unser Spiel durchziehen.“

RB-Coach Rangnick sieht ohnehin keinen Zusammenhang zwischen den beiden Partien gegen die Bayern. „Das Pokal-Finale wird ein ganz anderes Spiel“, sagte er. „Wir werden die bestmögliche Mannschaft ins Rennen schicken und die bestmögliche Leistung zeigen.“

Dafür nimmt Rangnick als Lehre aus der Begegnung in Mainz („Unterhaltung pur“) mit, das Augenmerk im Saisonendspurt mehr auf die Defensive zu legen. Denn nach der 2:0-Führung durch Klostermann und dem 3:1 durch Timo Werners 50. Tor für Leipzig - zwischenzeitlich hatte Karim Onisiwo (43.) den Anschlusstreffer erzielt -, schafften Moussa Niakhaté (67.) und Jean-Philippe Mateta (83.) noch den Ausgleich. „Drei Tore haben wir lange nicht mehr bekommen. Schwerpunkt muss die Verteidigung sein“, kündigte Rangnick an.

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