Kommentar Trainerentlassung beim VfB: Alles wie immer

Beim VfB herrscht Chaos: Konstant ist bei dem Veriein nur, dass nichts konstant ist, findet unser Sportredakteur Wolfgang Scheerer.
Beim VfB herrscht Chaos: Konstant ist bei dem Veriein nur, dass nichts konstant ist, findet unser Sportredakteur Wolfgang Scheerer. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm/Stuttgart / Wolfgang Scheerer 07.10.2018
Das Chaos geht weiter: Der VfB sucht den 14. Trainer seit Armin Vehs Entlassung 2008.

Es ist langsam aber sicher schon traurig, was beim VfB passiert. Seit Jahren das gleiche Bild in Stuttgart: blamabler Saisonstart, zunehmende sportliche Misere und wachsende Nervosität, gefolgt von regelmäßigen Kurzschlusshandlungen: einschneidenden Personalwechseln in der sportlichen Führung. Nun hat es auch Trainer Korkut erwischt, den gefeierten Retter der vergangenen Saison. Erst im Sommer war er mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2020 belohnt worden.

Kann es für all das einen anderen Begriff geben als Chaos? Konstant ist beim VfB nur, dass nichts konstant ist. Anspruch und Wirklichkeit klaffen seit Jahren auseinander. Hohe Investitionen (diese Saison 35 Millionen Euro) sorgen für hoch fliegende Pläne im Hintergrund und hohen Erwartungsdruck auf dem Rasen und beim treuen großen Publikum, das immer wieder enttäuscht wird.

Die anstehende Länderspielpause lässt den Stuttgartern immerhin die nötige Zeit für den Neustart. Das Trainerkarussell nimmt bereits Fahrt auf: Markus Weinzierl und Ralf Hasenhüttl zählen zu den möglichen Kandidaten für die Korkut-Nachfolge.

Es wird immer Trainer geben, die ihr Glück versuchen. Vielleicht läuft es ja überraschend gut – wie bei Korkuts Höhenflug nach dem Einstieg Ende Januar. Doch der eine oder andere wird langsam vielleicht vorsichtig: Lohnt es das Risiko wirklich, wenn bei einem Verein wie dem VfB Stuttgart am Ende der Ruf gravierend Schaden nimmt?

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