Dresden Warum es gegen Dynamo zu keinem Sieg reichte

Dresden / Edgar Deibert 12.03.2018
Beim 2:3 gegen Dresden sorgte der 1. FC Heidenheim durch Maxi Thiels Zaubertor für ein Aha-Erlebnis, enttäuschte allerdings in der Defensive erneut.

Was für eine Reaktion, was für ein Tor: Während die Dresdner Fans noch lautstark den Führungstreffer ihrer Mannschaft bejubeln, nimmt Maxi Thiel den Außenristpass von Marc Schnatterer mit der Brust an, lässt den Ball abtropfen und verwandelt per Drehschuss zum 1:1 (7. Minute). Es ist ein Treffer der Kategorie „Tor des Monats“, doch glücklich machte er den 25-Jährigen nicht. „Es war zwar ein schönes Tor, aber kaufen kann ich mir dafür nichts, wenn wir ohne Punkte heimfahren“, sagte Thiel nach dem Spiel.

Sicher, die Aussage hört sich an wie eine der gewohnten Floskeln, die ihren festen Platz im Fußball haben. Sie zeigt aber auch, wie sehr der FCH in dieser Saison zwischen zwei Extremen pendelt: Auf der einen Seite wunderbar herausgespielte Offensivaktionen, bei denen natürlich Kapitän Marc Schnatterer herausragt. Andererseits allerdings ein Defensivverhalten, dass bisweilen nicht zweitligatauglich ist.

Fehlerketten in der Defensive

Dabei ist es oft so, dass es – bis auf einige Ausnahmen – nicht individuelle Fehler sind, die zu Gegentoren führen. Häufig sind es Fehlerketten, etwa beim jüngsten 2:3 in Dresden. Einer starken Balleroberung ließ Norman Theuerkauf einen ungenauen Pass auf John Verhoek folgen, der deshalb den Ball nicht verarbeiten konnte. Daraus resultierte ein Dresdner Angriff, bei dem Sebastian Griesbeck von Haris Duljević stehen gelassen wurde. Dieser flankte auf Jannik Müller, der von Schnatterer sträflich freigelassen wurde. Letztlich konnte der herauseilende Theuerkauf die Flanke nicht verhindern, die Moussa Koné – zwischen Kevin Kraus und Mathias Wittek lauernd – verwertete.

Da verwundert es auch kaum, dass der FCH noch immer die meisten Gegentore der Liga kassiert (45) und bislang nur dreimal zu null gespielt hat. In der vergangenen Saison waren es zum selben Zeitpunkt 29 Gegentore (dabei zehnmal zu null), in den Spielzeiten davor 28 beziehungsweise 31. Schaut man auf die Punktzahl, fällt der Unterschied weniger groß aus. Bislang haben die Heidenheimer lediglich einen Zähler weniger auf dem Konto als am 26. Spieltag der Vorsaison. Solch ein Vergleich ist aber trügerisch. Zwischen dem 21. und dem 28. Spieltag der vergangenen Spielzeit holte der FCH nämlich nur vier Punkte (vier Unentschieden, vier Niederlagen).

In der Offensive läuft es dafür besser, bislang erzielten die Heidenheimer 39 Treffer, so viele wie noch nie nach 26 Spieltagen (36 in der Vorsaison). Dies liegt auch an Maxi Thiel, der fünf Tore beigesteuert hat. „Für mich persönlich läuft's ganz gut. Ich habe so viele Spiele in einer Saison gemacht wie noch nie in der 2. Liga“, so der gebürtige Altöttinger. „Ich kriege hier einfach das Vertrauen und bin top integriert.“

Torgefahr über die Flügel

Zudem hatten Thiel in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Verletzungen zurückgeworfen. Auch deshalb reiche es bei ihm noch nicht ganz, über die vollen 90 Minuten das Tempo zu gehen, erklärte Trainer Frank Schmidt. Auch Thiel räumte ein, gegen Dresden „platt“ gewesen zu sein.

Nichtsdestotrotz, über beide Flügel mache der FCH momentan einen „richtig guten Job“, lobte Coach Schmidt und schloss damit auch Thiel mit ein. Was fehlt, ist ein besseres Abwehrverhalten. „In Kiel müssen wir hinten besser dicht machen und dann klappt's bestimmt wieder mit dem Punkten“, gab Thiel einen Ausblick auf das anstehende Auswärtsspiel am kommenden Freitag (18.30 Uhr).

FCH: die Noten

Kevin Müller Note 3,5

Konnte sich nicht auszeichnen, machtlos bei den Gegentreffern.

Robert Strauß Note 3,5

Vergab eine gute Tormöglichkeit etwas überhastet, sonst solide.

Mathias Wittek Note 4

Mit Problemen gegen die schnellen Dresdner Angreifer.

Marcel Titsch-Rivero Note 4,5

Teilweise unsaubere Zuspiele, hat beim 0:1 Koné ziehen lassen.

Norman Theuerkauf Note 4

Nicht immer sicher, konnte die Flanke vor 2:3 nicht verhindern.

Sebastian Griesbeck Note 3,5

Großes Laufpensum, lief aber einige Male nur hinterher.

Maxi Thiel Note 2

Zeigte eine starke Leistung, die mit einem Treffer der Marke „Tor des Monats“ gekörnt wurde.

Marc Schnatterer Note 2,5

Setzte die Akzente in der Offensive, bereitete zwei Treffer vor.

John Verhoek Note 4

Ackerte viel, vergab eine sehr gute Möglichkeit per Kopf.

Kevin Kraus Note 5,5

Erwischte einen rabenschwarzen Tag und war phasenweise mit dem schnellen Koné überfordert.

Denis Thomalla Note 4,5

Agierte sehr unauffällig, konnte dem Offensivspiel keine Impulse geben.