Heidenheim Die Zeit der Veränderung beim FCH

Mit Ernst bei der Sache: FCH-Trainer Frank Schmidt und sein „verlängerter Arm“ auf dem Spielfeld Marc Schnatterer.
Mit Ernst bei der Sache: FCH-Trainer Frank Schmidt und sein „verlängerter Arm“ auf dem Spielfeld Marc Schnatterer. © Foto: Fotos: Langer/Eibner
Heidenheim / Thomas Jentscher 01.07.2018
Beim ersten öffentlichen Training der Heidenheimer Fußballer spricht Chefcoach Frank Schmidt nochmals die Fehler der vergangenen Saison an – die Stimmung ist dennoch gelöst.

Sie sind wieder da – nach einigen Wochen Pause, Leistungsdiagnostik und einem Konditionstrainingslager in Österreich haben die Heidenheimer Zweitligafußballer den normalen Übungsbetrieb aufgenommen. Dies lockte bei schwül-heißen Temperaturen am Samstag immerhin rund 150 Zuschauer zum ersten öffentlichen Training auf den Schlossberg.

Sie sahen bei der insgesamt rund 100-minütigen Einheit einen recht gut gelaunten Frank Schmidt, der sich selbst am unverwüstlichen Fünf-gegen-Zwei-Spiel beteiligte, dabei durchaus mit seinen Schützlingen mithalten konnte und auch die verbale Direktabnahme pflegte („Tja – da braucht man Technik“).

Bloß kein blindes „weiter so“

Die Lockerheit kennt aber Grenzen, der FCH-Cheftrainer machte am Samstag nochmals klar, dass es für ihn nach zurückliegenden Saison mit Fehlstart und abschließendem Zittern um den Klassenerhalt kein blindes „weiter so“ gibt.

„Wir wollen nicht sagen, wir haben fünf Jahre Erfolg gehabt, jetzt haben wir mal ein blaues Auge bekommen, das war ein Ausrutscher, das wird schon wieder. Sondern wir haben definitiv etwas verändert“, betont Schmidt. Es sei auch ein schmerzhafter Einschnitt, wenn sich etwas im Trainerteam verändert, wenn bei erfahrenen Stammspielern der Vertrag nicht verlängert wird.

Schmidt: „Das versteht vielleicht nicht gleich jeder. Wir haben es uns auch nicht einfach gemacht.“ Eines ist klar: Man will kommende Saison auf keinen Fall wieder das Team mit den meisten Gegentoren sein, auch nicht mit so vielen Gegentreffern in der Schlussviertelstunde. Deshalb wird nun – unterbrochen von Freundschaftsspielen – intensiv an den Physis gearbeitet. „In den ersten drei Wochen legen wir den Schwerpunkt auf den athletischen Teil. Wir müssen aus den Fehlern der vergangenen Saison lernen, dazu gehört für mich, dass wir die absolute Fitness haben“, sagt Schmidt.

Neues Trainerteam

Die Veränderungen im Trainerteam werden schnell deutlich. Schmidts neuer Co Bernhard Raab hat teilweise auf der einen Seite des Platzes das Sagen. „Er hat Lebenserfahrung, hohe Sozial- und somit auch eine sehr gute Vermittlungskompetenz“, lobt Schmidt. Mit Dieter Jarosch im Team sei es zudem verstärkt möglich, in Gruppen und individuell zu arbeiten.

Verändert hat sich auch der Kader, einige bekannte Gesichter sind nicht mehr da „Es gibt freie Plätze, die man einnehmen kann“, eröffnet Schmidt den Kampf um die Stammplätze. An diesem wollen sich auch die Neuzugänge beteiligen.

Für die Innenverteidigung kam Patrick Mainka (von Dortmund II). „Es war wichtig, nach der Saison, in der wir so viele Gegentore bekommen haben, gerade im Zentrum eine neue Konkurrenzsituation herzustellen“, erklärt Schmidt.

Mittelfeldakteur Robert Andrich (Wehen Wiesbaden) bezeichnet Schmidt als etablierten Drittligaspieler. „Er bringt genau diese Körperlichkeit mit diese Laufstärke, die man auf dieser Position braucht.“ Ebenfalls im Mittelfeld, aber etwas defensiver ist Niklas Dorsch (Bayern München II) beheimatet. Schmidt: „Er wird sicher derjenige sein, der eine richtig gute spielerische Note mit rein bringen kann.“ Dorsch war allerdings in der Pause krank und müsse noch einen gewissen Rückstand aufholen.

Aus dem eigenen Stall kamen drei Akteure, darunter Abwehrspieler Kevin Sessa. „Er zeigt Leidenschaft, bringt auch fußballerische Fähigkeiten mit und ist auf verschiedenen Positionen einsetzbar“, so Schmidt. Tobias Reithmeir kam quasi für Ivo Hajtic und kann sich in der Innenverteidigung empfehlen. Gökalp Kilic ist ein weiterer Mann fürs offensive Mittelfeld. Schmidt: „Er ist ein schneller Spieler, technisch gut und strahlt Torgefahr aus – er muss sich jetzt aber natürlich noch an die Intensität gewöhnen.“

Auch Maurice Multhaup (Ingolstadt), der in der Winterpause kam, aber es aufgrund von Trainingsrückstand nicht in den Kader schaffte, kann als Zugang bezeichnet werden. „Er ist absolut auf Augenhöhe in der Konkurrenzsituation – das war zu Beginn der Rückrunde noch nicht so“, sagt Schmidt über den Mittelfeldmann.

Bleibt noch der aus Saarbrücken gekommene Stürmer Patrick Schmidt, der als einziger aus dem Kreis der neuen derzeit wegen einer Verletzung noch eingeschränkt ist. „Er wird aber zum Saisonbeginn eine Alternative darstellen“, ist sich Schmidt sicher. Neben dem Namensvetter des Chefcoaches Neuzugang mussten auch Maximilian Thiel, Tim Skarke und Torwarrt Kevin Müller noch mit dem Mannschaftstraining aussetzen, sollten aber bald wieder einsteigen können.

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