Duisburg / Edgar Deibert  Uhr
Niklas Dorsch überraschte vorne mit seinem ersten Kopfballtor, bemängelte aber auch, dass die Defensivleistung des FCH schlecht war.

Für Kopfballtore ist Niklas Dorsch sicherlich nicht bekannt. Der 1,75 Meter große Techniker wusste auch nicht, dass er solche erzielen kann. Bis Sonntag. „Es war das erste Kopfballtor meiner Karriere“, räumte der 21-Jährige ein. Eine zweite Kuriosität ermöglichte den 4:3-Siegtreffer: Dorsch ist nämlich auch nicht dafür bekannt, dass er als defensiver Mittelfeldspieler häufig im gegnerischen Strafraum zu finden ist. In Duisburg lief er aber bewusst durch – und stand bei der Flanke von Robert Leipertz goldrichtig. „Der Ball kam perfekt auf meinen Kopf, das war überragend“, so Dorsch.

Es passte zu dem wilden Spiel, wie es der „Sechser“ ausdrückte. Denn in der Defensive zeigten die Heidenheimer erneut keine gute Leistung, räumte Dorsch ebenfalls ein. „Wir haben wieder viele Chancen zugelassen und uns die Gegentore vogelwild gefangen.“

Und haben sich die FCH-Spieler in der Halbzeitpause über die Zwischenstände in den anderen Stadien informiert? „Nee, überhaupt nicht. Wir haben uns eher damit beschäftigt, dass wir zur Halbzeit geführt haben und haben es uns vorgenommen, es dieses Mal nicht aus der Hand zu geben.“

Eingeleitet wurde das muntere Scheibenschießen durch das 1:0 von Robert Glatzel. Damit machte sich der FCH-Angreifer endgültig zum Buhmann der Duisburger Fans, nachdem er kurz zuvor bei einer Rudelbildung beteiligt war. Nach seinem Tor-Jubel in Nähe einer Eckfahne flogen Bierbecher in Richtung der Heidenheimer Jubeltraube. Dorsch bezeichnete dies – angesichts der Situation, in der der MSV steckt, als normal. Und Glatzel selbst hatte nur ein Lächeln übrig. Auch die Pfiffe gegen ihn seien „halb so wild“ gewesen. „Das gehört auch zum Fußball und ist irgendwie auch geil“, so der 25-Jährige. Und seinen Mitspieler Dorsch, dem er den Pass zu seinem inzwischen 13. Saisontreffer zu verdanken hatte, adelte Glatzel, der davon ausgeht, auch in der kommenden Saison für den FCH zu spielen, zum besten Mann des Spiels.

„Für mich als Abwehrspieler hat das Spiel nicht so viel Spaß gemacht“, erklärte Patrick Mainka. Dessen Familie, die ebenfalls im Stadion war, hatte dagegen ihren Spaß, so der 24-Jährige, der aus der Gemeinde Herzebrock-Clarholz (bei Gütersloh in Nordrhein-Westfalen) – genauer gesagt aus Clarholz – kommt. Vor dem Elfmeter, nachdem der MSV letztlich zum 1:1 traf (siehe dazu auch den Artikel ganz unten auf der Seite), bekam Mainka den Ball im eigenen Strafraum an die Hand. Er selbst räumte ein, dass der Ball seine Hand berührte, konnte aber nicht sagen, ob ein Elfmeter berechtigt war. „Es ist ein leidiges Thema. Handspiel ist einfach scheiße“, fasste Mainka humorvoll zusammen. Edgar Deibert