Der Hamburger SV unterzieht sich einem neuntägigen Stresstest. Am Ende der Prüfung will der Fußball-Zweitligist wissen, wie es um sein Aufstiegspotenzial bestellt ist.

Die Norddeutschen müssen am Montag (20.30 Uhr/Sky) beim Tabellendritten Arminia Bielefeld antreten. Fünf Tage später kommt der Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart ins Volksparkstadion. Drei Tage darauf kommt es an selber Stätte erneut zum Kräftemessen der Schwaben mit den Hamburgern - dann in der zweiten Runde des DFB-Pokals.

Dieter Hecking vermeidet, seine Mannschaft vor dem Spiel bei den starken Bielefeldern unter Druck zu setzen. „Wenn wir gewinnen, ist nix passiert. Wenn wir verlieren, ist auch nix passiert“, sagte der Coach. Er erinnert an die vergangene Saison: „37 Punkte nach der Vorrunde - und ganz Hamburg war in der Bundesliga. Mehr brauche ich nicht zu sagen.“

Bescheidenheit statt großer Klappe - das soll das Markenzeichen des neuen HSV sein. Der Verein trennte sich aus diesem Grund auch von seiner legendären Stadionuhr, die erst die Bundesliga-Zugehörigkeit und nach dem Abstieg die Dauer der Existenz angezeigt hatte.

Unter Heckings Kommando hat sich der HSV stabilisiert. 18 Spieler verließen den Verein, 13 kamen hinzu. Die bisherige Bilanz von 20 Punkten aus neun Spielen spricht für die ruhige, von Fachkenntnis getragene Arbeit des 55 Jahre alten Fußballlehrers. „Ich finde, dass wir viel richtig gut machen“, sagte Hecking. „Wir hatten in den ersten neun Spielen immer eine Lösung für unsere Aufgaben gefunden.“

Bis zu acht neue Spieler stehen regelmäßig in der Startelf. Profis wie Bayern-Leihgabe Adrian Fein, Sonny Kittel und Tim Leibold sind absolute Verstärkungen. Martin Harnik, Lukas Hinterseer, David Kinsombi, Jeremy Dudziak und Daniel Heuer Fernandes gehören ebenfalls zur ersten Garnitur. „Wir haben eine reifere Mannschaft als in der vergangenen Runde“, sagte Kapitän Aaron Hunt, der aufgrund einer Muskelverletzung in Bielefeld fehlen wird.

Der aktuelle HSV hat ein völlig anderes Gesicht als in der Vorsaison, als er in der Rückrunde eklatant einbrach. Auch Vorstandschef Bernd Hoffmann ist so zufrieden wie lange nicht. „Wir sind sehr froh, dass es so aussieht, dass es die richtigen Entscheidungen waren“, rühmte der Vereinsboss die Personalpolitik. Mit Hecking, Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel hat er ein gut funktionierendes Führungstrio zusammengestellt.

Dem Rivalen am Montagabend traut Hecking einiges zu. „Bielefeld ist die beste Zweitliga-Mannschaft des Jahres 2019“, sagte der Coach unter Einbeziehung der Rückrunde der Vorsaison. Es sei „vollkommen zurecht, dass sie vorne dabei sind“. Vor allem vom Sturmduo Fabian Klos und Andreas Voglsammer, das elf der 20 Bielefelder Saisontore erzielte, hat der Coach Respekt. Was er von den bevorstehenden neun Tagen erwartet? „Erst Bielefeld spielen, dann sehen wir weiter.“

Spielplan HSV

Kader HSV

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