Durch das 1:2 (0:0) beim Abstiegskandidaten SV Wehen Wiesbaden im ersten Spiel nach der Coronavirus-Zwangspause mussten die Schwaben den Hamburger SV vorbeiziehen lassen und rutschten auf den Relegationsrang ab. Der Videobeweis bescherte Wiesbaden am Sonntag nach einem Handspiel von Hamadi Al Ghaddioui in der Nachspielzeit den entscheidenden Elfmeter. Phillip Tietz verwandelte den Strafstoß mit der letzten Aktion des Spiels zum Sieg (90.+7 Minute) und verdarb den Schwaben endgültig den Nachmittag.
Nicólas González hatte zuvor für den Aufstiegsfavoriten in der ungewohnten Stille vor beinahe leeren Rängen zwischenzeitlich ausgeglichen (83.), nachdem Manuel Schäffler für Wehen die Führung erzielt (50.) hatte.

Marcin Kaminski: Folgenschwerer Fehlpass

Vor dem Rückstand leistete sich Rückkehrer Marcin Kaminski einen folgenschweren Fehlpass im Spielaufbau - der Verteidiger gab nach seiner langen Verletzungspause damit ein am Ende unglückliches Comeback. Tabellenführer Arminia Bielefeld und der HSV nahmen jeweils einen Punkt mit. Die Hanseaten liegen punktgleich dank des besseren Torverhältnisses vor den Schwaben, die einmal mehr an ihrer Auswärtsschwäche scheiterten und im Angriff zu harmlos blieben.
Mehr als zwei Monate nach dem 1:1 im Topspiel gegen Bielefeld vor rund 54.000 Zuschauern, das in der Coronavirus-Krise wie aus einer fernen Vergangenheit erscheint, dominierten die Gäste anfangs die Partie. Für eine Führung fehlte dem Favoriten aber die notwendige Konsequenz. Allerdings hätte Stürmer Mario Gomez bei der besten Möglichkeit der ersten Hälfte in der vierten Minute das 1:0 machen müssen, als er nach einer Hereingabe von González aus kurzer Distanz Wehens Torhüter Heinz Lindner nicht überwinden konnte.

Mario Gomez zu wenig ins Spiel eingebunden

Wenige Minuten später stand Gomez bei seinem Treffer klar im Abseits, bei einer weiteren Chance schoss der 34-Jährige drüber (11.). Nach dem temporeichen Auftakt wurde der ehemalige Nationalspieler jedoch zu wenig ins Spiel eingebunden, Wiesbaden kam besser in die Partie und etwa durch Paterson Chato selbst zu Chancen (29.).
Nach dem Seitenwechsel war es dann wie im Hinspiel Schäffler, der den VfB schockte. Wehens Stürmer nutzte den Konter nach dem Kaminski-Fehlpass effizient aus, er hatte schon beim überraschenden 2:1 der Wiesbadener im Oktober zweimal gegen den VfB getroffen.
Trainer Pellegrino Matarazzo reagierte und nutzte mit fünf Wechseln die neue Regel aus. Zunächst aber verpassten Daniel Kyereh (72.) und Jeremias Lorch (80.) das 2:0 für den Außenseiter, ehe der VfB dank Gonzalez doch noch zum 1:1 kam. Für einen Punkt reichte es am Ende gegen die in der Schlussphase aktiveren Wiesbadener aber nicht.